zeit.geschichte am Samstag

Stalingrad - Wende an der Wolga

Seltenes Filmmaterial und schonungslose Zeitzeugenberichte von Überlebenden schildern, was in Stalingrad 1942 und 1943 und danach geschah.

Samstag, 14.12.2019, 20.15 Uhr
Wh. So 23.50 Uhr

Der Kampf um Stalingrad, dem mehr als eine Million deutsche Soldaten, Rotarmisten und sowjetische Zivilisten zum Opfer fielen, war die blutigste Entscheidungsschlacht in dem von Hitler entfesselten Vernichtungskrieg.

Nach dem deutschen Angriff auf Stalingrad im Spätsommer 1942 wurden in einer Gegenoffensive der Roten Armee im November 1942 mehr als 230.000 Soldaten der Wehrmacht und ihrer Verbündeten eingekesselt. Stalin standen trotz der hohen Verluste noch 16 Millionen Sowjetbürger im waffenfähigen Alter zur Verfügung, sowie 4.500 Panzer, 3.000 Kampfflugzeuge, 14.000 Geschütze und 50.000 Granatwerfer. Auf deutscher Seite waren eine Million Soldaten gefallen, verwundet oder vermisst, von ihren Panzern war nur noch jeder zehnte funktionstüchtig. Die deutsche Luftwaffe war zu schwach um die Soldaten aus der Luft zu versorgen. Zehntausende verhungerten und erforen bei minus 40 und minus 50 Grad Celsius. Die Katastrophe der 6. Armee machte vielen Deutschen klar, dass trotz aller Propagandagesänge der Krieg verloren gehen würde.

Nichtsdestotrotz entschied Hitler, dass die deutschen Truppen ausharren sollten und auf eine Befreiungsmission warten sollten. Diese scheiterte jedoch im Dezember 1942. Die Lage im Kessel wurde aussichtslos, mehr und mehr Menschen starben, aber die deutsche Führung untersagte weiterhin jeden Versuch eines Rückzugs. Ende Januar / Anfang Februar 1943 wiedersetzten sich die Soldaten Hitlers Befehl, stellten die Kampfhandlungen ein und gingen in Kriegsgefangenschaft, ohne dass es zur offiziellen Kapitulation kam.

Stalingrad - Wende an der Wolga

ORF/BROADVIEW TV GmbH

Stalingrad markiert für Deutsche und Russen den psychologischen Wendepunkt im Zweiten Weltkrieg. Wie es zur Katastrophe kam und welche grausamen Folgen die Schlacht für die Soldaten und Einwohner der Stadt hatte, schildert die Dokumentation mit seltenen Filmaufnahmen und schonungslosen Zeitzeugenaussagen Überlebender beider Seiten. Rund 6.000 Soldaten, die in Stalingrad gekämpft hatten, kehrten aus der Kriegsgefangenschaft in die Heimat zurück, mehr als 700.000 Menschen waren bei der Schlacht ums Leben gekommen, die meisten davon Soldaten der Roten Armee.

Stalingrad - Wende an der Wolga

ORF/BROADVIEW TV GmbH

Dokumentation, 2006


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