Themenmontag

Geplanter Murks

Die Dokumentation von Anna Katharin Wohlgenannt und Kurt Langbein erklärt das Prinzip des geplanten Kaputtgehens, auch „geplante Obsoleszenz“ genannt, und unternimmt Nachforschungen.

Geplanter Murks

Dokumentation, 2017

Trailer

Montag, 27.11.2017, 20.15 Uhr
Wh. 23.20 Uhr, Di 02.35 und
13.50 Uhr

Das Prinzip des geplanten Verschleißes - auch „geplante Obsoleszenz“ genannt - ist in der Logik unseres Wirtschaftssystems verankert. Entsprechend gibt es darüber viele Spekulationen, aber noch keinen empirischen Beweis.

Viele Konsumgüter - insbesondere Elektronik - werden auf Kurzlebigkeit hin konzipiert und sind oft nur schwer, manchmal gar nicht reparierbar. Die Konsequenz: der weltweit produzierte Berg an Elektroschrott wächst und wächst. Österreich ist mit 22,1 kg E-Müll pro Einwohner als Umweltsünder ganz vorne.

Geplanter Murks

http://tv.orf.at/orf3/stories/2880227/

Händische Demontage von Waschmaschinen

Doch wie kommt die immer knappere Lebens- und Nutzungsdauer von Elektrogeräten zustande? Ist sie Kalkül? Eine Strategie unserer Wachstumsökonomie? Die künstlich herbeigeführte Produktalterung ist inzwischen besser bekannt unter dem Begriff „geplante Obsoleszenz“. So nennt man das bewusste Einbauen von Schwachstellen in Produkte, um deren Lebensdauer zu verkürzen. Bei manchen Druckern sind zum Beispiel eingebaute Chips entdeckt worden, die das Gerät nach einer bestimmten Anzahl gedruckter Seiten vorzeitig in den Ruhestand schicken. An Grafikkarten in Laptops treten immer häufiger Defekte auf, die sich durch besseren Einbau und Kühlung der Grafikkarte leicht vermeiden ließen. Wenn dann die Grafikkarte auch noch so eingebaut ist, dass man sie nur mitsamt der ganzen Platine tauschen kann, ist eine wirtschaftliche Reparatur kaum mehr möglich. Bei der Konstruktion von Geräten die Reparierbarkeit nicht zu beachten, bedeutet also auch eine bewusste Verkürzung der Produktlebensdauer.

Alternative Upcycling, Fairphone und die 100jährige Waschmaschine

Regisseurin Anna Katharina Wohlgenannt unternimmt mit einem Reparaturtechniker vom Wiener Reparatur- und Service-Zentrum RUSZ, Nachforschungen in einem Repair-Café, und begibt sich auf Spurensuche auf den Mistplatz, in Elektrofachgeschäfte und ins Demontage- und Recycling-Zentrum DRZ. Und sie stoßen auf Alternativen für die Wegwerfmentalität: z.B. das Upcycling von Waschmaschinen-Bullaugen oder langlebige Produkte wie das Handy Fairphone und eine eben entstehende „100jährige Waschmaschine“ von einem Wiener Industrie-Designer-Team.

Geplanter Murks

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Testphase der 100 jährigen Waschmaschine

Geplanter Murks

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Entwurf der 100 jährigen Waschmaschine

Seit Jahren wird diskutiert, ob Hersteller die Lebensdauer von Produkten gezielt verkürzen. Die Positionen zum Phänomen „geplante Obsoleszenz“ bewegen sich dabei zwischen der Überzeugung, dass die Produktalterung von der Wirtschaft künstlich beschleunigt wird, und jener, dass dies als Verschwörungstheorie unhaltbar sei. Erstere gehen also davon aus, dass der vorherrschende Trend zu immer kürzerer Nutzungsdauer von den Herstellern vorgegeben wird, letztere geben die Schuld dafür den Konsumenten und ihrer Wegwerfmentalität.

Geplanter Murks

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Repaircafé

Dokumentation, 2017


Weitere Sendungen dieser Reihe:

  • Abenteuer Südsee | Abenteuer Karibik

    Zwei Dokumentationen entführen in den fernen Süden und beleuchten außergewöhnliche Naturparadiese und ihre Geschichte.

  • Reisen in ferne Welten: La Réunion - Naturwunder im Indischen Ozean

    Réunion gilt als Musterbeispiel für religiöse und kulturelle Toleranz. Hier leben Menschen unterschiedlicher ethnischer Herkunft zusammen: neben den Franzosen aus dem Mutterland vor allem Inder, Madagassen, Chinesen und Muslime.

  • Sansibar: Archipel der weißen Segel

    Der Name Sansibar ruft bis heute die Sehnsucht nach Freiheit und Abenteuer hervor. Die Inseln des Sansibar-Archipels, mittlerweile zu Tansania gehörend, sind seit dem Altertum ein Ort der Verheißung.

  • Die Royals

    Ein fünfteiliger Themenmontag-Abend beschäftigt sich mit den Skandalen der Royals dieser Welt und blickt hinter die Kulissen. Lisbeth Bischoff und Alfons Haider führten Gespräche mit Experten und Adeligen.