treffpunkt medizin am Mittwoch

Atem des Lebens - Mit neuer Lunge am Kilimandscharo

Im Rahmen eines einzigartigen Experiments machten sich 10 Menschen mit einer Spenderlunge auf den Weg, den höchsten Berg Afrikas zu erklimmen.

treffpunkt medizin: Atem des Lebens - mit neuer Lunge am Kilimandscharo

Dokumentation, 2017

Trailer

Mittwoch, 8.11.2017, 21.05 Uhr
Wh. Do 02.05 und 05.10 Uhr

Im Juni 2017 machte sich eine bislang einzigartige Expedition auf den Weg zum Gipfel des Kilimandscharo, mit 5.895 Metern Höhe der höchste Berg des afrikanischen Kontinents: 10 Menschen mit tödlichen Lungenerkrankungen. Sie leben, weil ihnen eine Spenderlunge transplantiert wurde. treffpunkt medizin erzählt die Geschichte dieser Expedition und ihrer Teilnehmer.

Einen Berg mit fast 6.000 Meter Höhe zu besteigen ist immer eine außergewöhnliche Leistung, aber für jemanden mit einer tödlichen Lungenerkrankung ist es ein Wunder. Die Luft oberhalb von 4.000 Metern ist wegen des abnehmenden Sauerstoffpartialdrucks so dünn, dass sich auch viele Gesunde fühlen, als wären sie lungenkrank. Und trotzdem schafften es 8 von 10 Teilnehmern mit einer Spenderlunge auf den Gipfel. Helmut Steigersdorfer erreichte noch vor dem Morgengrauen als erster Transplantierter den Gipfel, es hätte ihn aber auch nicht überrascht, wenn er schon auf halbem Weg unter akuter Atemnot gelitten hätte - so wie in seinem früheren Leben, als „seine“ Krankheit, die Cystische Fibrose oder auch Mukoviszidose die Lunge fast vollständig zerstörte. In Rückblenden erinnert sich der 42-jährige Oberösterreicher an die Zeit vor der Lungentransplantation und erzählt die Geschichte seiner Rückkehr ins Leben.

treffpunkt medizin 
Atem des Lebens - mit neuer Lunge am Kilimandscharo

ORF/MedUniWien

Die ersten Kilometer Richtung Berg. Noch keine dünne Luft, alles einfach

hochriskant

Eine Lungentransplantation war früher ein hochriskanter Eingriff mit zweifelhaften Erfolgsaussichten. Seit einigen Jahren - auch dank neuer Operationstechniken - werden hervorragende Ergebnisse erzielt, mit langfristigen Überlebensraten, die mittlerweile zwischen 80 und 90 Prozent liegen. Während früher deshalb viele Erkrankungen der Lunge ein Todesurteil durch langsames Ersticken waren, können heute immer mehr Menschen durch eine Spenderlunge gerettet werden.

Das war auch die Motivation der Ärzte, des Wiener AKH und der medizinischen Universität Wien, die die einzigartige Expedition auf den Kilimandscharo initiierten, planten und gemeinsam mit etwa zwei Dutzend Krankenschwestern und Pflegern durchführten.

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Atem des Lebens - mit neuer Lunge am Kilimandscharo

ORF/MedUniWien

Blutabnahmen auf halber Höhe. Wie sind die Werte der Lungenpatienten im Vergleich mit Gesunden?

Das Leben nach einem solchen Eingriff erfordert zwar dauerhafte Medikamenteneinnahme, ist aber trotzdem eines mit erstaunlicher Qualität. Immer mehr Menschen treiben mit ihrem Spenderorgan auch Sport - sogar Extremsportarten wie Fallschirmspringen oder Bergsteigen in großen Höhen. Wie reagieren die Lungen und der Rest des Körpers auf solche Belastungen? Wie wirken etwa die Medikamente gegen die Abstoßungsreaktionen in großen Höhen? Erstmals wurden diese Fragen in einem großangelegten Experiment erforscht, mit Ultraschalluntersuchungen, Blutabnahmen und zahlreichen weiteren medizinischen Tests während des Aufstiegs zum Gipfel des Kilimandscharo.

Die Abteilung für Thoraxchirurgie des Wiener AKH unternahm dieses Forschungsabenteuer auch deshalb, weil die Wiener Klinik in den letzten Jahrzehnten eines der weltweit führenden Transplantationszentren geworden ist. Weit mehr als 100 Lungentransplantationen werden an der Wiener Universitätsklinik pro Jahr durchgeführt, damit liegt das Spital am Wiener Gürtel weltweit auf dem dritten Platz. Teilnehmer wie Helmut Steigersdorfer - seine Spenderlunge stammt wie viele wahrscheinlich nicht aus Österreich - haben sich deshalb für das einzigartige Experiment zur Verfügung gestellt. Sie alle haben mit der Transplantation ein neues Leben geschenkt bekommen und wollten nun der medizinischen Wissenschaft etwas zurückgeben.

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Atem des Lebens - mit neuer Lunge am Kilimandscharo

ORF/MedUniWien

Mehr Gepäck als üblich. Medizinische Ausrüstung wird abgeladen.

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Atem des Lebens - mit neuer Lunge am Kilimandscharo

ORF/MedUniWien

Geschafft! Die Gipfelsieger von der MedUniWien sind müde, aber glücklich.

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Atem des Lebens - mit neuer Lunge am Kilimandscharo

ORF/MedUniWien

Der Kilimanjaro, mit fast 6000 Metern der höchste Berg des afrikanischen Kontinents.

Dokumentation, 2017


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