zeit.geschichte am Samstag

Baumeister der Republik: Bruno Kreisky | Fred Sinowatz | Josef Klaus

Vor der Nationalratswahl setzt ORF III seine zeit.geschichte-Reihe „Baumeister der Republik“ mit Portraits historischer Bundeskanzler der Zweiten Republik fort.

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Samstag, 30.9.2017, 20.15 Uhr
Wh. Mo 01.20 Uhr

Bruno Kreisky „Ein Leben für die Sozialdemokratie“

Doku-Reihe, 2017

Das Leben von Bruno Kreisky (1911-1990) repräsentiert die politische Geschichte Österreichs im 20. Jahrhundert. Schon in den 1920er Jahren ist er politisch aktiv und engagiert sich in der Jugendbewegung der österreichischen Sozialdemokratie. Er wird Augenzeuge der politischen Unruhen zwischen den Verbänden der Heimwehr und des sozialistischen Schutzbundes, erlebt den Bürgerkrieg 1934 und dessen Folgen mit Parteiverbot und Verfolgung.

Seine politische Karriere im Nachkriegsösterreich beginnt 1951 als Berater von Bundespräsident Körner. Er nimmt als Staatssekretär bei den abschließenden Verhandlungen zum Staatsvertrag teil und wird unter Kanzler Raab in der Koalitionsregierung Außenminister. In den Jahren der ÖVP-Alleinregierung unter Josef Klaus wird er Parteivorsitzender der SPÖ, erneuert das Parteiprogramm und wird nach vorgezogenen Neuwahlen 1971 Bundeskanzler mit absoluter Mehrheit, nachdem er ein Jahr zuvor bereits eine Minderheitsregierung gegründet hatte. Die folgenden 12 Jahre Alleinregierung - auch die „Ära Kreisky“ genannt - sind geprägt von einer Vielfalt sozialer Reformen, die das gesellschaftliche Leben in Österreich grundlegend ändern.

Die politische Karriere Bruno Kreiskys gilt nicht nur aufgrund seiner über 30-jährigen Tätigkeit in Staatsfunktionen als herausragend in der Geschichte der Zweiten Republik, sondern auch durch seinen persönlichen, gesundheitsraubenden Einsatz für das soziale Wohlergehen seiner Heimat - einem Leben für die Sozialdemokratie.

Baumeister der Republik

ORF

Bruno Kreisky

Die von Peter Grundei gestaltete Dokumentation wirft einen Blick auf Kreiskys politisches Leben bis zu seinen Alterstagen, die er - von Krankheit geschwächt - in seinem Haus auf Mallorca verbringt. Neben Interviews mit seinen politischen Weggefährten Hannes Androsch, Josef Taus, Peter Jankowitsch, Erhard Busek, Wolfgang Petritsch, u.a. ergänzen die Erinnerungen von Kreisky-Karikaturist Gustav Peichl, Schauspielerin Erika Pluhar und der langjährigen Büro-Mitarbeiterin Margit Schmidt das Portrait.

21.20 Uhr
Wh. Mo 00.25 und 04.30 Uhr

Fred Sinowatz „Der unterschätzte Kanzler“

Doku-Reihe, 2017

Tief mit dem Burgenland verwurzelt und dort schon politisch aktiv, wechselt der SPÖ-Politiker Fred Sinowatz (1929-2008) in den 1970er Jahren in den Nationalrat. Nach zwölf Jahren als Abgeordneter und Bundesminister für Unterricht und Kunst wird er 1983 zum Bundeskanzler ernannt. Er beerbt Bruno Kreisky, dem er zuvor schon als Vizekanzler zur Seite stand und leitet die SPÖ fünf Jahre lang als Bundesparteivorsitzender.

Seine Tätigkeit als Unterrichtsminister ist von zahlreichen schulpolitischen Reformen geprägt. Mit dem Ziel, das Bildungsgefälle zwischen Stadt und Land zu verringern, führt er unter anderem die gratis Schulbücher, die Schülerfreifahrt und die Schul- und Heimbeihilfe ein. Seine Kanzlerzeit war auch geprägt von der Besetzung der Hainburger Au, die 1984 mit dem von ihm initiierten Weihnachtsfrieden endet.

Seine Karriere als Bundeskanzler beendete der Burgenland-Kroate mit dem Rücktritt nach der Wahl Kurt Waldheims zum Präsidenten und der Waldheim-Affäre.

Baumeister der Republik

ORF

Fred Sinowatz

Die von Regisseur Peter Grundei gestaltete ORF III-Dokumentation zeigt die Höhepunkte der politischen Laufbahn von Fred Sinowatz vom einfachen burgenländischen SP-Funktionär der 1950er Jahre bis zum Bundeskanzler der Republik der 1980er Jahre.

In Interviews kommen neben Politikerkollegen wie Karl Blecha, Erhard Busek, Norbert Steger, Andreas Kohl und Altkanzler Franz Vranitzky, auch seine beiden Büroleiter Hans „Puschi“ Pusch und Gerhard Zeiler zu Wort. Aus familiärem Blickwinkel ergänzen die Erinnerungen seines Sohnes Peter Sinowatz das TV-Portrait.

22.15 Uhr
Wh. Mo 02.25 und 05.20 Uhr

Josef Klaus „Der konservative Reformer“

Doku-Reihe, 2017

Der ehemalige Bundeskanzler, ÖVP-Obmann, Finanzminister und Salzburger Landeshauptmann Josef Klaus (1910-2001) regiert Österreich sechs Jahre lang. Als „Reformer“ angetreten, versucht der gebürtige Kärntner eine „Politik der Sachlichkeit“. Seine Regierung startet ambitionierte Reformen, die Österreich aus der Versteinerung des Nachkriegs-Proporz befreien sollten. Josef Klaus setzte erste Schritte für den Beitritt Österreichs zur damaligen EWG, sanierte den Staatshaushalt und ermöglichte das Rundfunkgesetz, mit dem der ORF neu errichtet wurde.

Als Regierungschef sammelte Klaus junge Talente in seinem Kabinett, die später über Jahrzehnte Politik und Wirtschaft Österreichs mitgestalten sollten: Thomas Klestil, Alois Mock, Josef Taus und Leo Wallner. Im März 1970 verliert der ÖVP-Bundeskanzler, der von 1966 bis 1970 alleine regiert hatte, die absolute Mehrheit gegen den SPÖ-Spitzenkandidaten Bruno Kreisky. Klaus tritt zurück und äußert sich nie mehr zu politischen Fragen.

Baumeister der Republik

ORF

Josef Klaus

Josef Klaus starb am 25. Juli 2001. Freunde, Zeitzeugen und Weggenossen erzählen über einen der bedeutendsten österreichischen Bundeskanzler, der wichtige Weichen stellte, doch dessen Bild im Bewusstsein vieler Österreicher blass blieb.

Dokumentation von Alfred Schwarz


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