Mauthausen vor der Tür: Zwangsarbeit für Rüstung und Industrie | Das Schicksal der Frauen

In rd. 40 Außenlagern des KZ Mauthausen wurden die Häftlinge unter schrecklichen Bedingungen zur Arbeit gezwungen. Dem Schicksal der weiblichen Opfer schenkte man u.a. aufgrund von Vorurteilen kaum Aufmerksamkeit. Erst in der jüngeren Vergangenheit begann man mit der Aufarbeitung.

Mauthausen vor der Tür - Zwangsarbeit für Rüstung und Industrie

Dokumentation, 2016

Mauthausen vor der Tür - Das Schicksal der Frauen

Dokumentation, 2017

Samstag, 8.2.2020, 20.15 Uhr
Wh. So 08.40 Uhr und 23.05 Uhr

Mauthausen vor der Tür: Zwangsarbeit für Rüstung und Industrie

Dokumentation, AUT 2016

Gusen, Ebensee, Steyr, Melk, St. Valentin. Das sind nur einige Namen von insgesamt rund 40 Außenlagern, die während der Zeit des Nationalsozialismus’ an das Konzentrationslager Mauthausen angeschlossen waren. Es sind Orte, die sozusagen „direkt vor der Haustür“ liegen.

Die Lager wurden errichtet, um die Arbeitskraft der Häftlinge auszubeuten. Sie arbeiteten bei der Errichtung der Ennskraftwerke, vor allem aber in der Rüstungsindustrie, wie bei Steyr Daimler Puch. Die KZ-Häftlinge mussten unter unmenschlichen Bedingungen Zwangsarbeit leisten, ihr Tod wurde in Kauf genommen. Insbesondere in der letzten Phase des Krieges, als die Luftangriffe der Alliierten immer stärker wurden und die Rüstungsproduktion unter Tage wanderte, verschlimmerten sich die Bedingungen enorm.

Die Dokumentation erklärt die Systematik der Zwangsarbeit im verzweigten Lagersystem Mauthausen. Sie beschreibt die Historie der Lager und der dort arbeitenden Menschen und zeigt, was heute noch von diesen Lagern übrig ist - an Baulichkeiten und vor allem an Geschichte(n).

Mauthausen vor der Tür

ORF/Kurt Mayer Film/Sabrina Peer

Franz Stöttinger auf dem sogenannten Löwengang, dem Weg den die Häftlinge vom Stollenbau zu den Baracken zurücklegen mussten.

Mauthausen vor der Tür

ORF/Kurt Mayer Film/Patrick Zwerger

Voestalpine Zeitgeschichte Museum

Gestaltung: Ernst Pohn, Sabrina Peer

21.05 Uhr
Wh. So 23.50 Uhr

Mauthausen vor der Tür: Das Schicksal der Frauen

Dokumentation, 2017

Sechs Briefe der russischen Gefangenen Wanda Logwinowa gerichtet an den Krematoriumshäftling Hans Kanduth dokumentieren die Gefühlswelt und den Überlebenswillen einer jungen Frau im Männerlager Mauthausen. Tausende Frauen gingen durch das Haupttor des Lagers, um danach entweder sofort liquidiert oder weiter zu den eigens errichteten Frauen-KZs Ravensbrück oder Auschwitz transportiert zu werden.

Erst in der jüngeren Vergangenheit erlangten die meist namenlosen weiblichen Opfer des NS Terrors die Aufmerksamkeit, die sie verdienen. Vieles wurde über Generationen verschwiegen. Vor allem der ambivalente und von Vorurteilen geprägte Umgang mit den vermeintlich freiwilligen Zwangsprostituierten hat die Aufarbeitung lange beeinträchtigt. Nach dem Krieg reduziert sich die Wahrnehmung von Frauen im KZ auf ein verzerrtes Bild sadistischer übersexualisierter KZ-Aufseherinnen in populären Schundromanen. Über sehr lange Zeit war der Opfer-Diskurs männlich definiert.

Wandas Briefe und erschütternde Zeitzeugenberichte sind der Anlass zu einer Suche nach Puzzlestücken in Fotos und spärlichen Filmaufnahmen, wo Frauen immer nur am Rand oder im Hintergrund zu sehen waren.

Mauthausen vor der Tür

ORF/Kurt Mayer Film

Gefangene Frauen in Lenzing

Mauthausen vor der Tür

ORF/Kurt Mayer Film

Gefangene Frauen in Mauthausen

Mauthausen vor der Tür

ORF/Kurt Mayer Film

Auf dem ehemaligen KZ Gelände in Ebensee steht heute eine Siedlung.

Regie: Judith Doppler


Weitere Sendungen dieser Reihe:

  • Der Pazifikkrieg

    Die Doku-Trilogie „Der Pazifikkrieg” zeichnet jenen Konflikt nach, der nach dem Bombardement von Pearl Harbor zum blutigen Schauplatz des Zweiten Weltkriegs wurde und im zerstörerischen Atomangriff auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki endete.

  • 65 Jahre „Österreich ist frei!“

    Von 15. bis 17. Mai widmet sich ORF III den historischen Ereignissen rund um die Staatsvertragsunterzeichnung 1955 und den Abzug der Besatzungsmächte aus Österreich. Höhepunkte sind u. a. zwei Live-Sendungen am 15. Mai, inklusive Ansprache des Bundespräsidenten an die Nation, und die Doku-Premiere „Der Tag, an dem Österreich frei wurde“.

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    Regisseurin Iris Haschek beschäftigt sich in zwei Dokumentationen mit den persönlichen Beziehungen von Politikern und ihren Skandalen.

  • 75 Jahre Ende Zweiter Weltkrieg"

    ORF III widmet dem Zeitgeschichte-Jubiläum einen umfassenden Programmschwerpunkt mit live Gedenkveranstaltungen, Dokumentationen, Diskussionsrunden und Spielfilmen. Am Sonntag um 20.15 Uhr die neue Dokumentation „Österreichs braune Flecken - Die Aufarbeitung der NS-Zeit nach 1945“.