Aus dem Rahmen: Alpenvereinsmuseum - Die Geschichte der Alpen

Karl Hohenlohe erkundet am Sitz des Alpenvereins in Innsbruck in der aktuellen Ausstellung „Hoch Hinaus! Wege und Hütten in den Alpen“ die Geschichte der Alpen.

Seit mehr als 150 Jahren betreut und erhält der österreichische Alpenverein Schutzhütten, Klettersteige und Wanderwege in den österreichischen Alpen. Mit seinen mehr als 500.000 Mitgliedern ist er dabei auch der größte Bergsteigerverein in Österreich, dessen Beliebtheit und Engagement in den letzten Jahrzehnten stetig gewachsen ist.

„Die Erschließung der Alpen ist abgeschlossen“ – dieser Grundsatz gilt für den Alpenverein bereits seit dem Jahr 1923. Demzufolge sollen bestehende Hütten und Wege zwar erhalten und erneuert werden, neue Bauten dürfen jedoch nur errichtet werden, sofern sie aus Bergsteiger-Gründen notwendig sind – das war natürlich nicht immer so.

Die Gründungsversammlung des österreichischen Alpenvereins fand am 19. November 1862 statt – damals war die Erschließung der europäischen Alpen gerade in vollem Gange. Im Jahr 1800 war der Großglockner erstmals bestiegen worden, der Großvenediger zwischen Osttirol und Salzburg erst 1840. Drei Wiener Studenten verfassten das erste Statut zur Gründung des Alpenvereins und hielten darin als eine der Aufgaben fest: „Die Bereisung der Alpen zu erleichtern und die Liebe zu ihnen zu fördern.“

Die Bemühungen des Vereins hatten auch bald Auswirkungen auf den Fremdenverkehr. Rund 350 Hütten und viele tausende Kilometer Wanderwege bescherten dem Alpenverein im Jahr 1911 an die 300.000 Besucher. Erstmals gab es berufliche Bergführer und vielen Einheimischen brachte der Fremdverkehr auch in abgelegenen Regionen Arbeit.

Ausbildung für den Gebirgskrieg

Der erste Weltkrieg, in dem auch zahlreiche Bergführer eingesetzt wurden, setzte dem Alpenverein durch den Gebirgskampf an der italienischen Front schwer zu. Nach Kriegsende schmerzte der Verlust Südtirols durch die Enteignung der dortigen Hütten. Durch seine enge Verbindung mit dem deutschen Alpenverein war man zu Beginn des Nationalsozialismus wenngleich antisemitisch doch deutsch-national ausgerichtet. Mit dem Anschluss Österreichs an Deutschland wurde der Alpenverein in den Deutschen Bergsteigerverein integriert und zur Ausbildung der Jugend für den Gebirgskrieg herangezogen.

Nach Kriegsende 1945 folgte die baldige Neugründung nach den ursprünglichen Statuten, um dem Verbot durch das Wiener Innenministerium zuvorzukommen. In den Jahrzehnten darauf stiegen auch die Mitgliederzahlen besonders unter den Jungen wieder stark an – heute sind es mehr als 500.000 Menschen, die den österreichischen Alpenverein zum größten Alpinverein des Landes machen.

Mit dem Präsidenten des österreichischen Alpenvereins Andrea Ermacora sprechen wir über die Zukunft des Bergsportverbandes und Herausforderungen im Bereich Tourismus und Umweltschutz. Sammlungsleiterin Veronika Raich gibt Einblick in das spannende Archiv und aus dem Bereich Bergsport und Ausbildung erfahren wir näheres über die Gefahren am Berg.

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Alpenvereinsmuseum - Die Geschichte der Alpen

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Dr. Andreas Ermacora

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Karl Hohenlohe, Dr. Haralt Schneider

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Veronika Raich

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Michael Larcher, Karl Hohenlohe

Museumsmagazin, 2016


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