ORF III am Neujahrstag

Die Wiener Ringstraße (1) Wie Wien zur Weltstadt wurde

Der erste Teil der ORF III-Dokureihe von Günter Kaindlstorfer beleuchtet die Geschichte des größten städtebaulichen Projekts im Wien des 19. Jahrhunderts.

Sonntag, 01.01.2017, 10.00 Uhr

Sie gehört zu den prachtvollsten Boulevards der Welt: die Wiener Ringstraße. Es war Kaiser Franz Joseph persönlich, der die neue Prunkallee 1865 in einem glamourösen Festakt eröffnete, obwohl die meisten Gebäude auf dem neuen Boulevard noch gar nicht standen.

Der Bau des Rings war eines der größten städtebaulichen Projekte des 19. Jahrhunderts. 2,4 Millionen Quadratmeter wurden mit Gebäuden verbaut, 1,5 Millionen Quadratmeter hatten die Planer für Straßen, Plätze und Parkanlagen reserviert.

Es gelang ein Gesamtkunstwerk, in dem die imperiale Kultur des kaiserlichen Wien und die großbürgerliche Repräsentations-Architektur der „Belle Epoque“ eine harmonische Einheit bilden.

Die Wiener Ringstraße: 
(1/3) Wie Wien zur Weltstadt wurde

ORF/Clever Contents

Luftaufnahme Wien ( Naturhistorisches Museum, Parlament, Rathaus, Burgtheater)

Vom Staatsbegräbnis bis Regenbogenparade

Auch heute noch präsentiert sich die Ringstraße als eindrucksvolles Gesamtkunstwerk, in dem die imperiale Kultur des kaiserlichen Wien und die großbürgerliche Repräsentationsarchitektur der „Belle Epoque“ eine geglückte Liaision eingingen. Bis heute locken Bauten wie das Wiener Rathaus, das Parlament, und Kulturpaläste wie die Staatsoper und das „Kunsthistorisches Museum“ jedes Jahr Millionen Touristen nach Wien.

Die Ringstraße war im Lauf der letzten eineinhalb Jahrhunderte immer wieder auch politisches Aufmarschgebiet: ob beim Staatsbegräbnis für Kaiser Franz Joseph 1916 oder bei den Massenkundgebungen der Wiener Sozialdemokratie zum 1. Mai - der Ring fungierte stets auch als Defilierfeld politisch widersprüchlicher Massenbewegungen.

Heute ist der Ring mehr als eine prachtvolle Museumsmeile - er präsentiert sich auch als vitaler städtischer Erlebnisraum. Von der „Regenbogen-Parade“ bis zum Massenspektakel des „Wien-Marathons“: der Ring lebt - und manchmal bebt er auch. Ein Boulevard der Kontraste.

Die Wiener Ringstraße

Foto: Wien Museum/Birgit und Peter Kainz

Burgtor

Die Wiener Ringstraße

Foto: Wien Museum/Birgit und Peter Kainz

Schwarzenbergplatz mit dem Reiterdenkmal Karl Philipp Fürst zu Schwarzenberg . Das Reiterstandbild wurde vom Dresdner Bildhauer Ernst Hähnel (1811–1891) ab 1863 geschaffen.

Buch und Regie: Günter Kaindlstorfer


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