Mythos Geschichte

Mit Volldampf an die k.u.k. Riviera

Ende des 19. Jahrhunderts reisten Adel und wohlhabendes Bürgertum an die österreichische Riviera, um ihr Feriendomizil in den mondänen Seebädern der Donaumonarchie aufzuschlagen. In luxuriösen Eisenbahncoupes strömte das noble Publikum ans Meer.

Erbe Österreich: Mit Volldampf an die k. u. k. Riviera

Dokumentation, 2014

Dienstag, 11.9.2018, 21.55 Uhr
Wh. Mi und Do 00.30 Uhr, Sa 01.55 und 10.25 Uhr

Mit dem einsetzenden Siegeszug der Eisenbahn um die Mitte des 19. Jahrhunderts erhielt das Reisen eine neue Qualität. Auf dem Weg zur Adria mussten die schroffen Gebirgszüge der Alpen entweder überwunden oder weiträumig umfahren werden. Mit der Eröffnung der Südbahnstrecke von Wien nach Triest am 12. Juli 1857 stand erstmals eine durchgehende Verbindung zwischen den Kronländern im Norden und dem wichtigsten Hafen der Monarchie mit dem umliegenden Küstenland zur Verfügung.

Mit Volldampf an die k.u.k. Riviera

ORF/Gernot Stadler Filmproduktion

Die Semmeringbahn war die erste Gebirgsbahn der Welt und wurde 1998 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt.

Zu den größten bautechnischen Meisterleistungen zählte dabei die Überwindung des Semmering, jenes im 19. Jahrhunderts nur dünn besiedelten, dicht bewaldeten Gebirges an der Grenze zwischen Niederösterreich und der Steiermark. Die Semmeringbahn, die nach den Plänen des österreichischen Eisenbahnpioniers Carl Ritter von Ghega erbaut wurde, brachte bald auch die feine Wiener Gesellschaft auf den Semmering, die in Payerbach-Reichenau und anderen Dörfern Grand Hotels und stattliche Villen errichten ließ. Die Südbahn-Hotels in Toblach, am Semmering und schließlich auch in Abbazia waren bald weltberühmt, die Zeit des Massentourismus war angebrochen.

Der Film begibt sich auf die Reise von Wien über den Semmering, durch die Steiermark und schließlich bis an die istrische Küste bei Opatija, dem früheren Abbazia. Der malerische Küstenort mit seiner Benediktinerabtei gelangte nach der Erschließung durch die Eisenbahn rasch zu enormer Blüte und schon bald trafen sich an der k.u.k Riviera nicht nur Europas gekrönte Häupter, sondern auch das wohlhabende Bürgertum aus aller Welt, das in luxuriösen Eisenbahncoupes an die österreichische Adriaküste reiste.

Zwischenstationen auf der filmischen Reise nach Abbazia sind u.a. das Südbahn- und das Brahmsmuseum in Mürzzuschlag, sowie ein Abstecher in die Waldheimat des steirischen Schriftstellers Peter Rosegger, der wie Johannes Brahms ein begeisterter Eisenbahnreisender war. Zu jenen Institutionen, die heute noch an die imperiale Vergangenheit Österreichs erinnern, zählt auch das Lipizzanergestüt im steirischen Piber, dem die Filmemacher ebenfalls einen Besuch abgestattet haben.

Triest war ein halbes Jahrtausend österreichische Hafenstadt und Endpunkt der Südbahn. Hier wird das Eisenbahnmuseum besucht.

Endstation der Reise ist der auch heute noch mondäne Kurort Opatija (Abbazia), wo man längst wieder stolz auf die österreichische Vergangenheit ist. In zahlreichen Hotels wie dem Miramar oder dem früheren Südbahnhotel Quarnero genießen die Gäste moderne Wellnessangebote gepaart mit altösterreichischem Flair. Zahlreiche historische Gebäude erstrahlen in neuem Glanz und der Lungomare, der legendäre Spazierweg direkt am Meer, trägt den Namen von Österreichs längstdienendem Kaiser, Franz Joseph.

Mit Volldampf an die k.u.k. Riviera

ORF/Gernot Stadler Filmproduktion

Die Schnellzuglok 310.23, auch als „Adriatic“ bezeichnet, brachte die Reiselustigen aus den Zentren der Monarchie an die k.u.k. Riviera bei Opatija.

Mit Volldampf an die k.u.k. Riviera

ORF/Gernot Stadler Filmproduktion

Schloss Duino der Grafen Thurn und Taxis in der Nähe von Triest. Für viele Adelige und Künstler ein willkommener Zwischenstopp auf dem Weg nach Opatija.

Mit Volldampf an die k.u.k. Riviera

ORF/Gernot Stadler Filmproduktion

Der Bahnhof von Matulji bei Opatija, von hier aus ging es mit der Kutsche in den mondänen Kurort.

Mit Volldampf an die k.u.k. Riviera

ORF/Gernot Stadler Filmproduktion

Villen aus der Zeit um 1900 in dem malerischen Küstenort Lovran.

Mit Volldampf an die k.u.k. Riviera

ORF/Gernot Stadler Filmproduktion

Aus vielen kleinen Fischerdörfern wurden beliebte Badeorte, wie im Falle von Mošćeniča Draga, südlich von Opatija.

Dokumentation von Gernot Stadler und Björn Kölz
Österreich, 2014


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