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Hitlers Frauen: Winifred Wagner - Die Muse

Die „hohe Frau“, wie Hitler sie nannte, sonnte sich im Glanz der Macht und nutzte sie, um einzelne vom Nationalsozialismus Verfolgte zu retten, blieb aber Zeit ihres Lebens eine überzeugte Nationalsozialistin.

Samstag, 7.12.2019, 22.50 Uhr

Politik und Kunst - in der Person von Winifred Wagner (1897-1980), der Muse Adolf Hitlers, fanden sie Einklang. 1930 machten in Bayreuth Hochzeitsgerüchte die Runde. Der Parteichef der Nationalsozialisten machte Winifred Wagner, der 33-jährigen Witwe des Komponistensohnes Siegfried, den Hof.

Sie war die erste prominente Frau, die dem herrischen Auftreten von Adolf Hitler erlag. Sie verschaffte ihm bereits Anfang der 1920er Jahre Zugang zur Münchner Gesellschaft, er dankte es ihr mit treuer Anhänglichkeit und großzügiger staatlicher Hilfe für das marode Festspielhaus.

Im NS-Staat machte Hitler Bayreuth zur schillernden Bühne seiner Selbstdarstellung und zum sakralen Zentrum seiner pseudoreligiösen Verehrung für Richard Wagner. Die ‚hohe Frau’, wie Hitler seine Freundin Winifred nannte, sonnte sich im Glanz der Macht und nutzte sie, ihren direkten Draht in die Reichskanzlei, um Juden, Homosexuelle und politisch Verfolgte zu schützen. Sie blieb Zeit ihres Lebens eine glühende Verehrerin des Nationalsozialismus’, wie ein umstrittenes Interview aus dem Jahr 1975 zeigt.

Hitlers Frauen 
Winifred Wagner - Die Muse (3)

ORF/ZDF

Winifred Wagner, Adolf Hitler

Hitlers Frauen 
Winifred Wagner - Die Muse (3)

ORF/ZDF

Joseph und Magda Goebbels mit Winifred Wagner

Dokumentation, 2001


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