Themenmontag „Heilung“

Wunderheiler und Schamanen

Die Vorstellung von der Heilung durch höhere Kräfte ist in schamanischen Kulturen lebendig. Dort werden Heilungen beobachten, die nach europäischen Vorstellungen nicht zu erklären sind.

Montag, 30.3.2015, 21.05 Uhr
Wh. Di 01.40, 04.00 und 13.25 Uhr
Die Sendung im Internet: tvthek.orf.at

Sie arbeiten mit Meerschweinchen, Eiern, Kräutern oder inkorporieren verstorbene Seelen, öffnen den Körper mit Nagelscheren und Küchenmesser, um Menschen zu heilen – Südamerikas Schamanen und Volltrance Medien.

„Es war im Jahr 2014, als ich krank wurde – Diagnose Leberkrebs und Metastasen im Bauch. Die Ärzte gaben mir nur noch ein paar Monate zu leben. Ich fuhr nach Brasilien zum Medium Joao de Deus. Schon nach wenigen Tagen fühlte ich mich besser und heute ist der Krebs verschwunden,“ erzählt Jurek Donus, einer von unzähligen Hilfesuchenden, die vom Medium Joao durch wundersame Weise geheilt wurden. Den Ort seines Wirkens nennen sie „Platz des Lichtes“ oder „Tor zur göttlichen Welt“. Hierher kommen Menschen aus der ganzen Welt, die alle ein Ziel haben: geheilt zu werden, sei es körperlich oder spirituell.

Der 72jährige Brasilianer Joao de Deus aus Abadiânia ist ein so genanntes Volltrance–Medium, das die Fähigkeit besitzt, verstorbene Seelen zu inkorporieren. Es ist nicht er, der heilt, sondern eine dieser Wesenheiten, die durch ihn wirken. Auch viele Österreicher kommen nach Abadiânia, um Heilung zu erfahren. Einige sind sogar für immer geblieben, aus Dankbarkeit oder weil sie in ihrem alten Leben keinen Sinn mehr sahen, so wie Franz aus Oberösterreich, 49: „Ich war sehr krank. Als ich das erste Mal vor die Wesenheiten trat, war es wie ein Hurrikan. Sie haben alles in mir aufgemacht, mein Herz geöffnet und ich habe Gott gesehen und gespürt. Heute bin ich gesund, doch in meine alte Welt passe ich nicht mehr. Ich habe mich entschieden, hier bei den Wesenheiten, zu bleiben.“

Wunderheiler und Schamanen

ORF III

Schamane

Die 47jährige Multiple Sklerose Patienten Birgit Stangl aus Graz hat neben der Schulmedizin alles versucht, um ihre Krankheit zu verbessern. Bis jetzt hat nichts geholfen. Mittlerweile kann sie weder Arme noch Beine bewegen und ist vollkommen auf fremde Hilfe angewiesen. Nichtsdestotrotz hat sie eine anstrengende Reise nach Peru unternommen, um bei Schamanen Heilung zu suchen. Don Fernando und Maestro Juan Camargo aus Cusco sind hochangesehene Heiler und Kenner der Jahrtausende alten Inkatradition. Mit ihrem Wissen über die „Pacha Mama“, die „Mutter Erde“, haben sie mit Birgit vier intensive Heilrituale durchgeführt, um eine Verbesserung ihres Zustandes herbei zu führen. Dass dabei sogar Meerschweinchen sterben mussten, ist für uns Europäer etwas ungewöhnlich, hat jedoch in der Tradition der Anden einen tieferen Sinn. Auch Birgits Leben hat sich durch diese Reise zum Positiven verändert.

Vergebung

Warum zieht es immer mehr Menschen aus dem Westen zu Schamanen und Wunderheilern? Und was vermag die Schulmedizin nicht? Maestro Juan Carmago bringt es auf den Punkt:“ Wir heilen nicht, wir öffnen nur einen Raum der Stille und des Jetzt, wo es keine Vergangenheit und keine Zukunft gibt. Hier wird die Seele des Menschen wieder spürbar und so kommt er in Berührung mit sich selbst und mit dem Vertrauen zu sich selbst. Heilung bedeutet immer tiefe Vergebung für uns selbst. Wenn ich mir und den anderen vergeben kann, dann kann Heilung passieren.“

Filmemacherin Gundi Lamprecht begleitet in ihrer Dokumentation Patienten aus Österreich zu Schamanen und Trancemedien nach Peru und Brasilien. Sie zeigt, wie diese Heiler arbeiten und wie diese, für uns oft ungewöhnlichen, Methoden angenommen werden.

Dokumentation, 2015


Weitere Sendungen dieser Reihe:

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