Themenmontag „Fleischlos“

Nie wieder Fleisch?

Die Dokumentation nimmt den weltweiten Anstieg des Fleischkonsums und seine Auswirkungen unter die Lupe. In den vergangenen 50 Jahren hat sich der weltweite Fleischkonsum verfünffacht.

Montag, 2.3.2015, 21.55 Uhr
Wh. Di 01.40, 04.10 und 12.40 Uhr
Die Sendung im Internet: tvthek.orf.at

Erschreckende Zustände in der Putenmast. Massiver Antibiotikaeinsatz in der Geflügelzucht. Nicht fachgerechte Tötung von Rindern. Futterexporte aus Dritte-Welt-Ländern führen dort zu Hunger und Elend, der Fleischexport nach Afrika zerstört die Märkte vor Ort. Filmemacherin Jutta Pinzler hat weltweit recherchiert. Ihr Film zeigt, welche verheerenden Konsequenzen die massenhafte Fleischproduktion hat.

Nie wieder Fleisch

ORF/Arte/Michael Richter/ Sagamedia

In den letzten 50 Jahren hat sich der weltweite Fleischkonsum verfünffacht. Während man in Europa schon immer viel Fleisch gegessen hat, wächst die Lust darauf nun auch in Ländern wie China und Indien.

Doch der Hunger nach Fleisch hat verheerende Konsequenzen: in China nehmen gesundheitliche Probleme der Bevölkerung durch die veränderte Ernährung stetig zu, in Paraguay führt der Futterexport nach Europa zu extremer Armut, in Frankreich und Deutschland ist das Grundwasser durch die extensive Landwirtschaft gefährdet und weltweit leidet das Klima. Viele Masttiere gleichen mittlerweile Futterverwertungsmaschinen und verbringen ihr kurzes Leben zusammengepfercht in dreckigen Ställen.

Nie wieder Fleisch

ORF/Arte/Michael Richter/ Sagamedia

Heilsversprechen

Die Industrie wirbt mit Heilsversprechen für ihre Produkte: Fleisch sei gesund und für eine ausgewogene Ernährung notwendig. Dabei belegen Studien, dass der Konsum von zu viel rotem Fleisch krank macht und das leben verkürzen kann. Auch weißes Fleisch ist problematisch: Hühner und Puten werden erschreckend häufig mit Antibiotika behandelt. Moderne Mastbetriebe sind inzwischen Hightech-Firmen, in denen die Tiere nur noch Produkte sind.

Jährlich produziert Europa rund 40 Millionen Tonnen Fleisch, das Futter für die Tiere kommt oft aus Südamerika, zum Beispiel aus Paraguay. Einige wenige Unternehmer verdienen dort an dem Export sehr gut, die Mehrheit der Bevölkerung leidet darunter. Denn die Sojapflanzen werden mit extrem giftigen Pflanzenschutzmitteln besprüht. Eine wissenschaftliche Studie der Universitätsklinik von Asunción belegt, dass in Dörfern in der Nähe von Sojafeldern auffällig oft Kinder mit Missbildungen geboren werden.

Aber nicht nur der Import nach Europa, auch der Export führt zu Hunger und Elend. Fleisch wird in Europa so günstig hergestellt, dass es für viele Afrikaner billiger ist, europäische Produkte zu kaufen als selber zu produzieren. Eine Folge ist die Zerstörung der einheimischen Märkte, denn die Bauern sind der industriellen und staatlich subventionierten Konkurrenz aus Europa schutzlos ausgeliefert, wie Berichte aus Ghana und Benin beweisen.

Dokumentation, 2012


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