Österreich II: Ein Tag wie kein anderer (1/3)

Es sollte 10 Jahre dauern, bis der Beschluss der Siegermächte in die Tat umgesetzt wird. Immer wieder geraten die Verhandlungen ins Stocken. Am 15. Mai 1955 wird dann im Schloss Belvedere der Vertrag unterzeichnet.

Diese Folge, sowie Folge 2 und 3, sind der besonderen Geschichte des österreichischen Staatsvertrages gewidmet. Die Geschichte, die mit der Unterzeichnung des Vertrages am 15. Mai 1955 im Schloss Belvedere in Wien endet, nimmt im November 1943 in Moskau ihren Anfang. Dort einigen sich die Außenminister der USA, Großbritanniens und der Sowjetunion, Österreich als unabhängigen Staat wiederherzustellen.

Österreich II 
Ein Tag wie kein anderer (1) (21)

ORF/Votava

Das Kabinett Figl II, November 1949.

1945 bis 1955

Es dauert zehn Jahre - von 1945 bis 1955 - ehe der Beschluss der Siegermächte in die Tat umgesetzt wird. Dabei kommt man der Lösung einige Male ganz nahe. Doch jedes Mal, wenn der Vertrag fast unterschriftsreif ist, geraten die Österreich-Verhandlungen durch den Ost-West-Konflikt ins Stocken: Jugoslawien erhebt Ansprüche auf Teile Kärntens, die Sowjetunion will die als deutsches Eigentum beschlagnahmten Betriebe und die Erdölfelder ständig als sowjetische Enklave in Österreich behalten.

Österreich II 
Ein Tag wie kein anderer (1) (21)

ORF/ÖNB

Wahlplakat der ÖVP, 1949. Heimkehrer appelliert „Hört auf uns! Wählt ÖVP“.

Österreich II 
Ein Tag wie kein anderer (1) (21)

ORF/Bundespolizeidirektion Wien

Wahlplakat des VdU, 1949.

Marshallplan

Der Marshallplan bringt zwar ganz Österreich Wirtschaftshilfe, doch im übrigen Europa antwortet die Sowjetunion auf den Marshallplan mit der Teilung des Kontinents und mit der Blockade Berlins. Eine Zeitlang wird auch für Österreich die Teilung und ein sowjetisch unterstützter Putsch in Wien befürchtet.

Österreich bekommt zwar seinen Staatsvertrag noch lange nicht, aber es bleibt ein Sonderfall.

Österreich II 
Ein Tag wie kein anderer (1) (21)

ORF/USIS

„Frageonkel“ Maxi Böhm in der Radio-Quizsendung „Wir rufen, Sie gewinnen“.

Moderation: Hugo Portisch
Dokumentation, 2014