doku.zeit am Montag / „Mobbing“

Mobbing: Gift am Arbeitsplatz

Die Dokumentation geht dem Phänomen Mobbing auf den Grund, das auch in Österreich weit verbreitet ist, und lässt Experten zu Wort kommen, die u.a. Entstehungsmechanismen und Möglichkeiten der Prävention erklären.

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Montag, 24.11.2014, 20.15 Uhr
Wh. Di 00.30, 04.35 und 13.10 Uhr

Ein großes neues Gebiet hat sich in den letzten Jahren für die Arbeitspsychologie aufgetan: Mobbing kommt in der heutigen Arbeitswelt häufig vor. Die Dokumentation geht den Ursachen dieses Phänomens auf den Grund: verschärfter Konkurrenzkampf auf dem globalen Arbeitsmarkt, Aufweichung ethischer Grundregeln in der Gesellschaft, Egoismus statt Team Spirit.

Experten zu Folge ist Mobbing auch in Österreich weit verbreitet und sowohl ein großes menschliches als auch wirtschaftliches Problem. Denn, wird der Arbeitsplatz zum Tatort, dann werden nicht nur Beziehungen und Betriebsklima, sondern auch Produktivität und Motivation aller am Mobbing beteiligten Personen nachhaltig gestört. Angst, Misstrauen und Demotivation prägen dann das Betriebsklima.

Mobbing: Gift am Arbeitsplatz

ORF/Friedrich Glasl / Trigon

Zeichnerische Darstellung des 9-stufigen Konfliktmodells von Prof. Friedrich Glasl.

Mobbing: Gift am Arbeitsplatz

ORF/Friedrich Glasl / Trigon

Zeichnerische Darstellung des 9-stufigen Konfliktmodells von Prof. Friedrich Glasl.

Mobbing: Gift am Arbeitsplatz

ORF/Friedrich Glasl / Trigon

Zeichnerische Darstellung des 9-stufigen Konfliktmodells von Prof. Friedrich Glasl.

Anhand von sogenannten Systemaufstellungen und Betroffenen zeigt der Film die Entstehungsmechanismen und gruppendynamische Prozesse im Hinblick auf Mobbing, es betrifft alle Ebenen: Mitarbeiter mobben Führungskräfte, Führungskräfte mobben Mitarbeiter und Mitarbeiter mobben Kollegen.

Grundsätzlich sind Konflikte, Meinungsverschiedenheiten und Streitsituationen nichts Außergewöhnliches und treten überall dort auf, wo Menschen zusammenarbeiten. Mobbing ist aber keine Konfliktlösung, sondern die Eskalation, die mit zerstörerischen und destruktiven Mitteln die Ausschaltung des oder der Betroffenen erreichen möchte. Sinnforscher wie Prof. Tatjana Schnell unterscheiden strikt zwischen den Begriffen Glück und Sinn im Leben eines Menschen. Ist ersteres nicht so entscheidend für das Funktionieren einer (Arbeits)-Gemeinschaft, gilt das Erkennen von Sinn im eigenen Tun als unabdingbare Voraussetzung für eine Arbeits-, Beziehungs- und Lebenszufriedenheit.

Der Film beschäftigt sich auch mit Cybermobbing und möglichen Präventionen, das insbesondere an Schulen Einzug gehalten hat. Im Wissen, dass Schüler und Jugendliche einerseits kaltblütige, brutale Mobber sein können, andererseits aber auch im Wissen, dass Erkennen von Mobbing und Maßnahmen dagegen entscheidendes Rüstzeug für die Zukunft sind. Ob Schule oder Arbeitsplatz, Freizeitverein oder Kirchengemeinschaft - Mobbing kann überall und zu jeder Zeit passieren. Die einzige Form dagegen etwas zu tun, ist Experten zu Folge nicht mitzumachen und es nicht zuzulassen. Das ist theoretisch einleuchtend, in der Praxis funktioniert das nur dann, wenn gegenseitiger Respekt, faires Führungsverhalten und soziale Kompetenz gelebte Werte darstellen.

Mobbing: Gift am Arbeitsplatz

ORF/ORFIII

Prof. FRiedrich Glasl

Experten:

u.a. Prof. Friedrich Glasl (internationaler Konfliktforscher), Prof. Dr. Dr. Christa Kolodej (Buchautorin, Mobbing-Expertin), Prof. Tatjana Schnell (Sinnforscherin), Dr. Arnold Mettnitzer (Psychotherapeut), Renate Daimler (Selbsthilfegruppe), Dr. Gabriele Wonnebauer (Referentin der Arbeiterkammer für Arbeitsrecht & Mobbing).

Dokumentation, 2014

Link:

www.trigon.at
www.selbsthilfegruppe-mobbing-graz.at


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