zeit.geschichte am Samstag

Rebellisch, kämpferisch: Die Suffragetten

1928 erreichten die Suffragetten das allgemeine Wahlrecht für Frauen in Großbritannien. Die Dokumentation von Michèle Dominici zeigt fünf der mutigen Frauen, die u.a. für den Kampf um das Frauenwahlrecht ihr Leben gaben.

Samstag, 22. Februar, 21.00 Uhr
Wh. So 10.45 Uhr und Mo 00.40 Uhr

Heute ist das aktive wie passive Wahlrecht für Frauen in westlichen Demokratien eine Selbstverständlichkeit. Doch zu Beginn des 20. Jahrhunderts konnten die Frauen in den wenigsten Ländern der Welt bei politischen Wahlen ihre Stimme abgeben, geschweige denn, selbst gewählt werden. Dieses Recht wurde mühsam erstritten. So kämpften die Suffragetten in Großbritannien - mit legalen wie gewaltsamen Mitteln - bis 1928 für die Teilnahme an politischen Entscheidungen.

Rebellisch, kämpferisch: Die Suffragetten

ORF/Image et Compagnie – ARTE France

Die lange Zeit mit Schweigen übergangene Geschichte der Suffragetten - abgleitet vom englischen Wort „suffrage“ für Stimme und auch Stimmrecht - erzählt vom Engagement der mutigen Frauen für ein damals utopisch erscheinendes Projekt: die Erringung des Wahlrechts für Frauen.

Rebellisch, kämpferisch: Die Suffragetten

ORF/Image et Compagnie – ARTE France

Christabel Pankhurst am Trafalgar Square im Jahr 1908

Vom letzten Drittel des 19. Jahrhunderts bis 1928, also innerhalb von knapp 60 Jahren, erreichten die Suffragetten durch die Einforderung ihrer politischen Mündigkeit und eine völlig neue Definition des Staatsbürgerbegriffs den Übergang Großbritanniens vom Zensuswahlrecht zum allgemeinen Wahlrecht für beide Geschlechter.

Die Dokumentation zeigt den Einsatz von fünf Frauen, die dieser Sache ihr Leben widmeten: Selina Cooper (1864-1946), Emmeline Pankhurst (1858-1928), Millicent Garrett Fawcett (1847-1929), Teresa Billington Greig (1877-1964) und Emily Wilding Davison (1872-1913).

Rebellisch, kämpferisch: Die Suffragetten

ORF/Image et Compagnie – ARTE France

v.li.n.re. Selina Cooper, Emmeline Pankhurst, Millicent Garrett Fawcett, Teresa Billington Greig, Emily Wilding Davison

Die einen predigten zivilen Ungehorsam oder betätigten sich als Lobbyistinnen bei Abgeordneten und Lords, die anderen entschieden sich für gewaltsame Aktionen und bezahlten dafür häufig mit Gefängnishaft oder sogar mit ihrem Leben. Der Aufstand der Suffragetten gegen sture Regierungen war gnadenlos, unabhängig von der Wahl der Mittel. Doch dank ihrer unbedingten Entschlossenheit, ihres ausgeprägten politischen Verstandes und ihrer sehr modern wirkenden Strategien gewannen die Suffragetten am Ende ihren Kampf im Dienst von Gleichberechtigung und Gerechtigkeit.

Dokumentation von Michèle Dominici, 2011

Programmhinweis:

Alles, was Recht ist! - 95 Jahre Frauenwahlrecht


Weitere Sendungen dieser Reihe:

  • Jahrzehnte in Rot Weiß Rot - Die 50er Jahre

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  • Agatha Christie - Die „Queen of Crime“

    Konventionen waren ihr egal. Sie liebte Musik, Tanz und ausgedehnte Reisen. Und sie war ein Genie. Bist heute ist Agatha Christie eine der erfolgreichsten Autorinnen der Literaturgeschichte.

  • Hitlers Angst und Görings Lederhose. Flüsterwitze im Nationalsozialismus

    Flüsterwitze sind Waffen des Geistes wider das System, sie waren Subversion, und eine Form des Widerstandes. Die heiteren Miniaturen haben einen erhellenden Informationswert in Bezug auf die psychologische Auswirkung von Propaganda und Terror auf den Menschen.