40 Denkmäler

Domenig Steinhaus

Am Ossiacher See steht ein Denkmal, das bis vor einigen Jahren noch die Gemüter erregte. Das sogenannte „Steinhaus“ vom 2012 verstorbenen Architekten Günther Domenig ist ein Meilenstein des Dekonstruktivismus.

Peter Fässlacher begab sich anlässlich der ORF III Denkmalserie nach Kärnten, um sich das „immerwährende, architektonische Experiment“ anzusehen.

Der Film:

Von „Schandfleck“ bis „Leuchtturm“ reichen die Bezeichnungen für das von Günther Domenig in Beton, Glas und Stahl gebaute architektonische Manifest. Inspiriert von den Linien der Umgebung, den Felsen, Hügeln und Steinabrissen folgen die Linien des Hauses am Ossiacher See eher der Logik von wachsenden Kristallen den der des klassischen Hausbaus.

Begonnen hat alles mit einem abenteuerlichen Steg in den Ossiacher See. Bereits dieser löste einen Behördenmarathon aus; und nur durch einen Trick konnte auch mit dem Bau des Steinhauses begonnen werden. Die Widmung als Kunstobjekt, anstatt als Wohnhaus brachte das „immerwährende Experiment“ in Gang - obwohl es bis zuletzt keine endgültigen Ausführungspläne gab.

Linien zu konstruieren und sie wieder aufzubrechen ist das Merkmal des Dekonstruktivismus. Klingende Namen der Bauteile wie „schwarzer Hügel“, Schlucht, langer Weg und Schwebesteine zeigen die inspirationsquellen. Auch die gesamte Anlage entspricht in ihrer Form der eines Baumes mit seinen Verzweigungen.

Mittlerweile ist Domenigs Opus Magnum, das er mit eigenen Mitteln auf dem Grundstück seiner Großmutter gebaut hat, anerkanntes Vorzeigeprojekt internationaler Architekturjournale.

ORF III Doku-Reihe, 2013