Erlebnis Bühne am Sonntag

Der Jahrhundertring: Die Walküre

Dirigent Pierre Boulez und Regisseur Patrice Chéreau setzten mit dieser Inszenierung von den Bayreuther Festspielen 1976 einen Meilenstein in der Interpretation von Richard Wagners „Ring“ und spalteten das Publikum.

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Sonntag, 11. August, 20:15 Uhr
Wh. Samstag, 17.08., 11.00 Uhr

Barbara Rett präsentiert „Der Ring des Nibelungen“. Die legendäre Tetralogie - auch Jahrhundertring - wurde im Jahr 1976 zum 100jährigen Bestehen der Bayreuther Festspiele unter der musikalischen Leitung von Pierre Boulez aufgeführt. Regie führte Patrice Chéreau, das Bühnenbild entwarf Richard Peduzzi und die Kostüme schuf Jacques Schmidt.

Die Premiere schockierte große Teile des Publikums und führte zu Protestaktionen im Bayreuther Festspielhaus auf dem Grünen Hügel. Es kam zu Schlägereien, Unterschriftenlisten gegen die Inszenierung wurden ausgelegt und Flugblätter verteilt. Chéreaus Verlegung der Handlung mithilfe des Bühnenbildners Richard Peduzzi in die Zeit der Frühindustrialisierung wurde damals von vielen Altwagnerianern abgelehnt.

Handlung: Die Zwillinge Siegmund und Sieglinde verlieben sich ineinander. Ihre Liebe verstößt gegen göttliches Recht und darf vom Göttervater Wotan nicht geduldet werden. Auch Frickas - Wotans Frau - Zorn handeln sich die Geschwister ein. Wotan, von Fricka gezwungen, das sittenwidrige Paar zu vernichten, beauftragt seine Lieblingstochter, die Walküre Brünnhilde, mit dem Mord. Doch Brünnhilde hat Mitleid, besonders mit der schwangeren Sieglinde, und weigert sich. Wotan greift selbst zur Waffe, zertrümmert Siegmunds Schwert und tötet ihn. Sieglinde entkommt und die widerspenstige Brünnhilde bekommt zur Strafe einen feurigen Keuschheitsgürtel, den nur ein wirklicher Held durchbrechen kann.

Die Walküre

ORF/Unitel

Peter Hofmann (Siegmund), Jeannine Altmeyer (Sieglinde)

Der erste Tag von Richard Wagners monumentaler Tetralogie ist voller musikalischer Höhepunkte: Ob das Duett des Zwillingspaares im 1. Akt oder Wotans „Feuerzauber“ am Schluss des Werkes - Wagners Musik erweist sich als wahrhaft überwältigend. Dirigent Pierre Boulez und Regisseur Patrice Chéreau setzten mit dieser Inszenierung von den Bayreuther Festspielen 1976 einen Meilenstein in der Interpretation von Wagners „Ring“ und spalteten das Publikum: Die einen tobten vor Begeisterung, andere wiederum buhten die gesellschaftskritische Inszenierung leidenschaftlich aus - bis schließlich 1980 die erneut bearbeitete Produktion tosenden Applaus erntete.

Die Walküre

ORF/Unitel

Donald McIntyre (Wotan), Hanna Schwarz (Fricka)

Dirigent: Pierre Boulez
Regie: Patrice Chéreau

Besetzung:
Peter Hofmann (Siegmund)
Matti Salminen (Hunding)
Donald McIntyre (Wotan)
Jeannine Altmeyer (Sieglinde)
Gwyneth Jones (Brünnhilde)
Hanna Schwarz (Fricka)

Die Walküren:
Carmen Reppel (Gerhilde)
Karen Middleton (Ortlinde)
Katie Clarke (Helmwige)
Gabriele Schnaut (Waltraute)
Marga Schiml (Siegrune)
Ilse Gramatzki (Grimgerde)
Gwendolyn Killebrew (Schwertleite)
Elisabeth Glauser (Rossweisse)

Orchester der Bayreuther Festspiele, 1976
(Uraufführung: 26. Juni 1870 im Münchner Nationaltheater)


Weitere Sendungen dieser Reihe:

  • Cosi fan tutte

    Barbara Rett präsentiert die Mezzosopranistin Christa Ludwig in der Rolle der Dorabella an der Seite von Gundula Janowitz und Hermann Prey. Musikalischen Hochgenuss liefern die Wiener Philharmoniker unter dem Dirigat von Karl Böhm.

  • Eugen Onegin

    Anna Netrebko und Piotr Beczala begeistern in der Inszenierung der MET-Opera New York aus dem Jahr 2013 als unglückliches Liebespaar mit einem stimmlichen Feuerwerk.

  • Alles Walzer! Der Ball in der Oper

    Zur Einstimmung auf den diesjährigen Opernball lädt Barbara Rett auf eine kleine Rundreise durch Bälle in Opern ein.

  • Ein Maskenball

    ORF III zeigt die Geschichte von Wahrsagerei, unerlaubter Liebe, Adelsverschwörung und einem Königsmord in der Inszenierung der Bayerischen Staatsoper aus dem Jahr 2016.