Kultur am Dienstag

erLesen - Büchermagazin

Edita Malovcic, der neue „Tatort“-Star an der Seite von Til Schweiger, Ö1-Stimme Wolfgang Popp, die Salzburger Schriftstellerin Kathrin Röggla und der Lyriker Stephan Eibel Erzberg sind heute zu Gast in Heinz Sichrovskys Bücherwelt.

Dienstag, 19. März, 20.15 Uhr
Wh. 23.45 Uhr und Mi 03.20 Uhr, Mo, 25.03., 15.05 Uhr und
Do, 28.03., 15.00 Uhr
Die Sendung im Internet: tvthek.orf.at

Edita Malovcic erzählt von den spannenden Dreharbeiten mit Til Schweiger, Wolfgang Popp spricht über seinen neuen Roman „Ich müsste lügen“, Kathrin Röggla gibt Einblicke in ihr jüngstes Theaterstück „Die Beteiligten“ und Stephan Eibel Erzberg schildert, wie er sein Studium durch Börsenspekulation finanzierte.

erLesen am 19.03.2013

ORF/Wien Energie/Christian Hofer

Edita Malovcic

Auf ihre Herkunft will die in Serbien geborene Edita Malovcic nicht reduziert werden. In Deutschland wird sie als Österreicherin wahrgenommen, in Österreicherin ist sie oftmals die „Ausländerin“.

Als Kleinkind nach Österreich gekommen wurde sie Edit genannt, denn Edita war ja kein Name, den man kannte, erzählt sie. Sie hat als Laienschauspielerin begonnen und erst während ihrer Schauspielkarriere gelernt, wie sie mit Emotionen umgeht. Was sie tun kann, um Emotionen der Figur, die sie spielt, nicht mit nach Hause zu nehmen.

Ihren 10-jährigen Sohn prägt die Literatur von Christine Nöstlinger. Die Franz Geschichten lieben Mutter und Kind. Mittlerweile liest der Sohn selbst und Malovcic fördert das auch ganz bewusst.

erLesen am 19.03.2013

ORF/Wien Energie/Christian Hofer

Wolfgang Popp

Auch Wolfgang Popp liest seinem Sohn Nöstlinger vor. Dass amerikanische Autoren beim Literaturnobelpreis stets übergangen werden, wundert den Jungautor und Kulturjournalisten.

In seinem Roman „Ich müsste lügen“ verschwindet ein junger Mann spurlos, ein Krimiautor ist höchst verdächtig. Wolfgang Popp zieht den Leser in eine Geschichte, in der die Grenzen zwischen Fiktion und Realität verschwimmen, der Autor spielt gekonnt und ironisch mit dem Krimi-Genre.

Wolfgang Popp hat an der Universität Wien Sinologie und Geschichte studiert und arbeitete als Übersetzer, Studienreiseleiter und Filmemacher. Seit 2005 ist er Kulturredakteur bei Ö1.

erLesen am 19.03.2013

ORF/Wien Energie/Christian Hofer

Kathrin Rögglas aktuelles Werk: „Besser wäre: keine“

Kathrin Rögglas letztes Werk befasst sich mit dem Kampusch Drama. Der Fall Natascha Kampusch hat die österreichische Öffentlichkeit erregt wie kaum etwas zuvor. Jetzt beschäftigt sich auch ein Theaterstück damit: „Die Beteiligten", geschrieben von Kathrin Röggla. Oft ist es so, meint Röggla, dass Opfer, wenn der Täter fehlt, selbst zum Täter gemacht werden. Noch dazu, wenn ein weibliches Opfer nicht so auftritt, wie man sich das vorstellt. Selbstbewusstsein wird hier als Überheblichkeit ausgelegt. Der Boulevard und „das Volk“ schlachtet dann mit Aggression und Lust das Leid des Opfers aus. Mit ihrem Stück „Die Beteiligten“ zeigt Röggla diese Mechanismen auf.

erLesen am 19.03.2013

ORF/Wien Energie/Christian Hofer

Stephan Eibel Erzberg

Stephan Eibel Erzberg wird von Heinz Sichrovsky Literaturanarchist genannt. Der Lyriker rezitiert Gedichte und erzählt über seinen Kampf beim Schreiben. Sein aktueller Gedichteband hat den Titel „Licht aus“. Wie er es schaffte, sein Studium durch Börsenspekulation zu finanzieren und warum er diese Art der Geldbeschaffung an den Nagel hing, erzählt er in dieser illustren Runde.

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Folgende Bücher werden vorgestellt:

„Quasikristalle“ von Eva Menasse
Der wunderschöne, formal exquisite Entwicklungsroman einer Frau, deren Leben aus den Perspektiven mehrerer Erzähler entrollt wird. Die jüngere Schwester des großen Robert Menasse hat ein sprachlich hervorragendes, aufregend gut gebautes Prosawerk geschaffen.

„Back to Blood“ von Tom Wolfe
Sieben Millionen Dollar Vorschuss, das sind 10.000 Dollar pro Seite, wurden dem Autor von „Fegefeuer der Eitelkeiten“ für sein geschwätziges Werk überantwortet. Alle Ethnien von Miami werden durch die Wurstmaschine gedreht, das Ganze mutet wie eine endlose Daily Soap in Comic-Gestalt an. Hart am Tischbein vorbeigeschrammt, weil zumindest peripher unterhaltend.

„Jean Paul“ von Beatrix Langner
Im wohlverdienten Getöse um Wagner und Verdi geht der 250. Geburtstag eines der größten deutschen Dichter unter: so still, wie Jean Paul selbst war, ein Fabulierer von präziser Bildkraft und sublimer Ironie. Die hervorragende Biografie sollte zum Wiedereinstieg in sein Werk genügen.

„Das Haus in der Dorotheenstraße“ von Hartmut Lange
Fünf Novellen – schön, dass das Genre noch jemand pflegt –, alle aus dem Geist E. T. A. Hoffmanns, Edgar Allan Poes und Alfred Hitchcocks: Verstorbene scheinen wiederzukehren, erregende musikalische Erlebnisse treiben honette Bürger in den Wahnsinn, Wahn und Wirklichkeit werden eins. Großartig.

„Die einen sagen Liebe, die anderen sagen nichts“ von Susann Pasztor
Das Schweigeseminar, das Romanheldin Mila zu Beginn absolviert, wäre an sich der richtige Ansatz. Leider sagt die Verfasserin nicht nichts, sondern „Liebe“, und das anhaltend unsäglich: Sie schwätzt mit der verkrampften Vorhersehbarkeit einer erstsemestrigen Teilnehmerin am Fernkurs „Dichten für Anfänger“. Für das Resultat würde jeder professionelle Beiträger zur „Silvia“-Romanserie fristlos aus der Kartei gestrichen. Sag nichts, mein Tischbein!

Moderation: Heinz Sichrovsky
Büchermagazin, 2013


Weitere Sendungen dieser Reihe:

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    Waltraut Haas, Bernhard Aichner, Mario Schlembach und Hanna Herbst sind diesmal zu Gast in der ORF-III-Bücherwelt.

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    Diesmal in der ORF-III-Bücherwelt: Ben Segenreich, Sibylle Lewitscharoff, Michael Köhlmeier und Efgani Dönmez.

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    Patriotisch wird es, wenn in Heinz Sichrovskys Bücherwelt Sepp Forcher, Christian Reichhold, Monika Sommer-Sieghart und Claudia Stöckl zusammentreffen.