zeit.geschichte

Österreich I (6/12) Abschied von Österreich

Der sechste Teil von Hugo Portischs und Sepp Riffs (1928-2000) großer Dokumentationsreihe in der Neubearbeitung von ORF III, widmet sich der tragischen und turbulenten Zeit des Bürgerkriegs bis zum Untergang Österreichs durch den Anschluss an das Deutsche Reich.

Samstag, 11.8.2018, 20.15 Uhr
Wh. So 08.40 und 23.30 Uhr

Diese Folge zeigt deutlich, wie sehr die internen Differenzen den Nationalsozialisten in die Hände spielen. Die tiefen Gräben zwischen den beiden großen politischen Lagern, die sich in den Jahren vorher gebildet haben, finden im österreichischen Bürgerkrieg ihren Ausdruck.

Österreich I, Teil 6

ORF/Österreichisches Institut für Zeitgeschichte

Engelbert Dollfuß (Mitte) und Leopold Figl (2 v.l.) bei einer Kundgebung der Vaterländischen Front in Langenrohr, Niederösterreich

Bundeskanzler Engelbert Dollfuss (1892-1934) lässt den Republikanischen Schutzbund schon 1933 verbieten. Im Untergrund besteht dieser aber weiter. Als die Polizei in Linz nach versteckten Waffen des Schutzbundes zu suchen beginnt, kommt es zu einem lokalen Aufstand, der sich rasch ausbreitet, vor allem in den Industriegebieten wird heftig gekämpft, und bald sprechen in weiten Teilen des Landes die Waffen. Bundesheer, Polizei und unterstützende Heimwehreinheiten können nach wenigen Tagen den Aufstand niederschlagen. Die Sozialdemokratie und ihre Organisationen werden verboten und viele Mitglieder verhaftet.

Um den Umbau Österreichs voranzutreiben, wird von der Regierung eine neue Verfassung ausgearbeitet und erlassen. Die österreichische Führung nähert sich immer weiter an das faschistische Italien an, das eine Art Schutzmachtfunktion ausübt.

Österreich I, Teil 6

ORF/Bildarchiv der ÖNB

Kurt Schuschnigg auf der Rednertribüne gei einer Großkundgebung auf der Schmelz.

Stör- und Propagandaaktionen der Nationalsozialisten nehmen zu. Im Juli 1934 kommt es zum zweiten Putschversuch des Jahres, dieser scheitert zwar, doch Bundeskanzler Dollfuss fällt ihm zum Opfer. Sein Nachfolger Kurt Schuschnigg (1897-1977) versucht Hitler im Zaum zu halten, doch er verliert 1936 die Unterstützung Italiens, das sich immer weiter an Deutschland annähert. Die Einmarschdrohungen werden um das Jahr 1938 immer lauter. Verzweifelt versucht Schuschnigg durch eine Volksabstimmung die deutschen Begehrlichkeiten abzuwehren, doch diese wird auf Druck Hitlers abgesagt.

Kurt Schuschnigg wird zum Rücktritt gezwungen, der Nationalsozialist Arthur Seyß-Inquart (1892-1946) wird Kanzler. Einen Tag später marschiert die Wehrmacht in Österreich ein und Hitler erklärt den Anschluss Österreichs ans Deutsche Reich.

Österreich I, Teil 6

ORF/Bildarchiv der ÖNB

Arthur Seyß-Inquart mit den Mitgliedern der Übergangsregierung auf dem Balkon des Kanzleramtes in Wien am 12. März 1938.

Dokumentation, 2012


Weitere Sendungen dieser Reihe:

  • Österreich I - Verlockung und Gewalt (8/12)

    Die achte Folge von Hugo Portischs und Sepp Riffs (1928-2000) großer Dokumentationsreihe in der Neubearbeitung von ORF III, steht im Zeichen der Vereinnahmung der Österreicher und Österreicherinnen durch den Nationalsozialismus.

  • Österreich I - Der Sturm bricht los (9/12)

    ie neunte Folge von „Österreich I“, Hugo Portischs und Sepp Riffs große Dokumentationsreihe in der Neubearbeitung von ORF III, spiegelt die Zeit vom November 1938 bis zum März 1939 wider.

  • Österreich I (7/12) Die Heimsuchung Österreichs

    Folge sieben beschäftigt sich mit dem Einmarsch der Nationalsozialisten in Österreich und den ersten Monaten ihrer Herrschaft.

  • Österreich I - Die unterschätzte Republik (4/12)

    Die Republik wird 100. Aus diesem Anlass zeigt ORF III die große Dokumentationsreihe von Hugo Portisch und Sepp Riff in der Neubearbeitung von ORF III. Teil 4 zeigt ein Land, in dem sich die verschiedenen politischen Lager schon sehr auseinandergelebt haben.