zeit.geschichte am Samstag

Österreich I (5/12) Auf dem Weg in den Bürgerkrieg

Der fünfte Teil von Hugo Portischs und Sepp Riffs großer Dokumentationsreihe behandelt die Zeit vom Justizpalastbrand bis zum Ende der Demokratie in Österreich und zeigt die zunehmende Radikalisierung im Land.

Samstag, 4.8.2018, 21.45 Uhr
Wh. So 10.50 und 23.30 Uhr

Der Justizpalast ist ausgebrannt. Vorurteile und gegenseitiges Misstrauen herrschen in Österreich. Für die einen hat die Regierung einen Putsch von links verhindert, für die anderen gelten Regierung und Polizei jetzt als Arbeitermörder. Die Wehrverbände zeigen immer stärkere Präsenz, bei Aufmärschen in Wiener Neustadt muss das Bundesheer anrücken, um einen friedlichen Ablauf zu gewährleisten.

österreich I Teil 5

ORF/Österreichisches Institut für Zeitgeschichte

Straßensperren in Wien, 01. Mai 1933

Der Börsenkrach in New York, der als „Schwarzer Freitag“ in die Geschichte eingehen wird, trifft einige Zeit später auch Österreich. Die dadurch ausgelöste Weltwirtschaftskrise sorgt für ein Erstarken der radikalen Kräfte in Europa. Massenarbeitslosigkeit breitet sich aus.

In Deutschland verzeichnen die Nationalsozialisten einen regen Zulauf.

österreich I Teil 5

ORF/Magyar Munkasmozgalmi Muzeum Budapest

Bundeskanzler Johann Schober mit dem deutschen Reichskanzler Hermann Müller in Berlin.

Die Wirtschaftskrise setzt auch der jungen Republik stark zu. Die Heimwehren beginnen den demokratischen Weg zu verlassen, das äußert sich vor allem durch den Korneuburger Eid. Die Nationalsozialisten gewinnen nun auch in Österreich an Stärke, sind aber im Vergleich zu den zwei großen politischen Lagern noch eine Minderheit, die durch Störaktionen auffällt.

österreich I Teil 5

ORF/Österreichisches Institut für Zeitgeschichte

Aufruf der österreichischen Bundesregierung vom 07. März 1933

Das Jahr 1933 ist für Österreich wie auch für Deutschland ein Schicksalsjahr. In Deutschland wird Adolf Hitler Reichskanzler, in Österreich gelingt es Bundeskanzler Engelbert Dollfuss, staatstreichartig das Parlament zu entmachten und es durch die so genannte „Selbstausschaltung“ zu rechtfertigen.

Dokumentation, 2012


Weitere Sendungen dieser Reihe:

  • Baumeister der Republik: Michael und Marianne Hainisch

    Mutter und Sohn Hainisch haben die österreichische Republik maßgeblich geprägt. Marianne Hainisch gilt als eine der ersten und wichtigsten Frauenrechtlerinnen Österreichs, Michael Hainisch trug maßgeblich dazu bei, das fragile Konstrukt der Ersten Republik zusammen zu halten.

  • Baumeister der Republik: Karl Seitz

    „Was wir als Vertreter des Volkes von den Ämtern wünschen, ist einfach gesagt: Der Bürger will nicht als Akt, sondern als Mensch behandelt werden.“ Alfred Schwarz folgt dem Leben eines Politikers, der kämpferisch und stets korrekt und bescheiden war.

  • Baumeister der Republik: Wilhelm Miklas

    Die ORF-III-Dokumentation von Alfred Schwarz portraitiert jenen Kandidaten, der 1928 als christlich-sozialer Politiker vom Parlament zum österreichischen Bundespräsidenten gewählt wurde und als einziger österreichischer Amtsträger Hitler Widerstand leistete.

  • Baumeisterinnen der Republik: Adelheid Popp

    Sie war eine der ersten weiblichen Nationalratsabgeordneten und forderte schon Anfang des 20. Jahrhunderts die Gleichstellung der Frau in der Ehe und im Beruf, den legalen und kostenlosen Schwangerschaftsabbruch, die Einführung der Karenzzeit u.ä.m. ORF III portraitiert eine der wichtigsten Politikerinnen der Ersten Republik.