Wissenschaft

science.talk mit Andreas Heiss

Archäobotaniker Andreas Heiss erzählt im science.talk, was Pflanzenreste, die bei Ausgrabungen gefunden werden, von Klimaveränderungen oder menschlichen Eingriffen in der Vergangenheit berichten.

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Trailer:

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Mittwoch, 30. Jänner, 21.45 Uhr
Wh. Do 01.35 Uhr und 17.20 Uhr,
Sa 13.50 Uhr

Die Sendung könnte aufgrund der Live-Übertragung aus dem Parlament später beginnen.

Die Sendung im Internet: tvthek.orf.at

„Trotz aller züchterischen Tätigkeiten der Menschen hat eine Verarmung im Spektrum der Kulturpflanzen stattgefunden, die einzigen beiden Getreide die wir zu uns nehmen sind Weizen und Mais. Dementgegen steht eine ganz enorme Vielfalt die sich schrittweise verändert hat“, weiß der Archäobotaniker Andreas Heiss.

Die Archäobotanik ist ein eng mit der Archäologie verknüpftes Forschungsfeld: „Ich schaue mir Pflanzenreste aus archäologischen Grabungen an und anhand dieses Materials weiß ich dann, was die Kelten auf ihren Feldern angebaut haben oder welche Bauhölzer Römer für Waffen oder Häuser verwendeten. Das erstreckt sich von der Urgeschichte bis in die Gegenwart.“

Barbara Stöckl , Andreas Heiss

ORF/KiwiTv

Barbara Stöckl, Andreas Heiss

Für den gebürtigen Tiroler, für den Pflanzen ein Gesamtkunstwerk sind, ist penibles Arbeiten die Grundvoraussetzung: „In meinem Fach muss man ein Erbsenzähler und sehr pingelig sein. Man sitzt Stunden und Wochen am Mikroskop und zählt Samen und Früchte.“

Das Wissen über die Vergangenheit kann ein Schlüssel für die Zukunft sein wenn es zum Beispiel um Klimaveränderungen oder den Eingriff des Menschen in die Pflanzenwelt geht, wie es bei der landwirtschaftlichen Gentechnik der Fall ist: „Der Mensch hat schon immer in die Natur eingegriffen (…), und Europa ist nicht gut beraten die Forschung an landwirtschaftlicher Gentechnik zu verhindern. Man muss sich aber die Zeit nehmen und einen Blick dahinter werfen, sonst schauen wir in 50 Jahren blöd aus der Wäsche weil wir etwas übersehen haben“, so der Botaniker über sein ambivalentes Verhältnis zu den neuesten Entwicklungen in diesem Bereich.

Für den Gewinner des „BOKU Teaching Award“, der auch Mitglied bei „Die Skeptiker“, einer Vereinigung von WissenschafterInnen, die der zunehmenden Verbreitung von Esoterik und von religiösem Fundamentalismus mit Sachargumenten und Aufklärungsarbeit entgegentreten, ist, übt die Wissenschaft eine große Faszination aus: „Es gibt wahnsinnig viele Dinge zwischen Himmel und Erde, die wir nicht wissen, aber warum wollen wir sie nicht rausfinden?!“

Moderation: Barbara Stöckl
Wissenschaftstalk, 2013


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