Filmschatz Österreich

Das andere Leben

Alexander Lernet-Holenias (1897-1976) hat das streng tabuisierte Thema der Judenverfolgung kurz nach dem Krieg literarisch verarbeitet. Unter der Regie von Rudolf Steinboeck (1908-1996) wurde der Stoff filmisch umgesetzt.

Freitag, 7. Dezember, 20.40 Uhr
Wh. Sa 01.55 Uhr und 14.25 Uhr,
So 00.10 Uhr und 16.50 Uhr,
Mo 15.00 Uhr

Der Film thematisiert die Geschichte einer jungen Jüdin, die in den Jahren des Nationalsozialismus von ihrer Freundin versteckt, mit deren Papieren in einem Spital behandelt wird und dort stirbt. Damit verliert die Freundin ihre offizielle Identität.

Erstmals wird die Frage nach dem Verhalten von Freunden, Nachbarn, Hausbesorgern und Fremden während der Verfolgung der Wiener jüdischen Bevölkerung gestellt.

Das andere Leben: Aglaja Schmid, Robert Lindner

ORF/Filmarchiv Austria

Erik Frey, Vilma Degischer

Vordergründig ist „Das andere Leben“ ein spannendes Spiel mit der Identität, insgesamt aber ein erstaunlicher Beweis der Zivilcourage Alexander Lernet-Holenias (1897-1976), der das damals noch streng tabuisierte Thema der Judenverfolgung kurze Zeit nach dem Krieg literarisch aufgegriffen hatte. Das ambitionierte Filmstudio des Theaters in der Josefstadt, das nicht lange bestand, griff den Stoff auf und verfilmte ihn mit den Schauspielern des Hauses.

Drehbuch: Alfred Ibach (nach der literarischen Vorlage von Alexander Lernet Holenia)

Regie: Rudolf Steinboeck

Darsteller:
Aglaja Schmid (1926-2003)
Robert Lindner (1910-1967)
Gustav Waldau (1871-1958)
Vilma Degischer (1911-1992)
Leopold Rudolf (1911-1978)
Siegfried Breuer (1906-1954)
Erik Frey (1908-1988)
Erni Mangold
Gerhard Riedmann (1925-2004)

Spielfilm, 1948


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