zeit.geschichte

Alltag unterm Hakenkreuz: Mit der Kamera an der Ostfront (3)

1944 ist die Deutsche Wehrmacht auf dem Rückzug. Die Rote Armee hat die Oberhand. Hirt-Reger dokumentiert die letzten Gefechte.

Samstag, 29.9.2018, 21.40 Uhr
Wh. So 10.15 Uhr

Nach einer Verletzung kehrt Götz Hirt-Reger als Berichterstatter für die Deutsche Wochenschau an die Front zurück.

Im März 1944 ist die Ostfront-Linie der Deutschen zerrissen, die Wehrmachtsverbände auf die so genannte „Pantherstellung“ zurückgedrängt. Hirt-Reger ist in Konstantinowska in der Ukraine, die Truppen auf dem Rückzug. Zivilisten werden gegen ihren Willen mitgenommen.

Kriegsgefangene

ORF III

Mit Waffengewalt zwingen Soldaten die Gefangenen, Fahrzeuge aus dem Schlamm zu befreien.

Nun geht es Richtung Rumänien. am 03. April 1944 erreicht Hirt-Reger Tiraspol, das zu diesem Zeitpunkt noch von den, mit den Deutschen verbündeten Rumänen kontrolliert wird. Neun Tage später wird Tiraspol von der Roten Armee erobert.

Hirt-Reger muss zurück an die Front. Nordwestlich von Tiraspol soll er Bilder für Wochenschau drehen.

Am 22. Juni 1944 beginnt die Rote Armee an der Ostfront ihre Sommeroffensive gegen die Heeresgruppe Mitte. Innerhalb von vier Wochen fallen rund 350.000 deutsche Soldaten oder geraten in sowjetische Kriegsgefangenschaft.

Junge deutsche Soldaten

ORF/n-tv/AKH

Götz Hirt-Reger hat kurz Pause, bevor er an der Ostfront für die ‚Deutsche Wochenschau‘ wieder filmen muss.

Götz Hirt-Reger filmt bis zum Schluss. Seine letzten Aufnahmen entstehen in den westlichen Karpaten. Beim Versuch, sich nach Leipzig durchzuschlagen, gerät er in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Die Filme hat er vorher an seine Eltern geschickt. Nach drei Monaten, im Juni 1945, wird Hirt-Reger aus der Gefangenschaft entlassen.

Hirt-Reger hat neben den offiziellen Bildern mit seiner privaten 16mm Kamera gefilmt. Diese Filme zeigen den Zweiten Weltkrieg unzensiert und abseits jeglicher Propaganda.

Präsentation: Friedrich von Thun

Doku-Reihe, 2012


Weitere Sendungen dieser Reihe:

  • Baumeister der Republik - Franz Dinghofer

    Die ORF-III-Neuproduktion beleuchtet die Rolle des Großdeutschen Lagers in der Ersten Republik und einen ihrer wichtigsten Politiker.

  • Österreich privat: Fasching, die närrische Zeit

    ORF III mit einer unterhaltsamen Collage privater Filmschätze, die zeigt, wie sich Herr und Frau Österreicher in den den 1970er und 80e Jahren optimal für die Ball- und Faschingssaison zurechtgemacht haben.

  • Der Wiener Opernball - Mythos, Tradition und Kult

    ORF-Moderatorin und Adelsexpertin Lisbeth Bischoff unternimmt eine dokumentarische Reise durch ein Jahrhundert Wiener Opernball. Historische Aufnahmen und Interviews zeigen Aufreger und Staatstragendes rund um den Opernball.

  • Baumeister der Republik: Michael und Marianne Hainisch

    Mutter und Sohn Hainisch haben die österreichische Republik maßgeblich geprägt. Marianne Hainisch gilt als eine der ersten und wichtigsten Frauenrechtlerinnen Österreichs, Michael Hainisch trug maßgeblich dazu bei, das fragile Konstrukt der Ersten Republik zusammen zu halten.