zeit.geschichte „1938 – Der ‚Anschluss’“

Ein General gegen Hitler - Wilhelm Zehner

Als am 12. März 1938 die deutsche Wehrmacht in Österreich einmarschiert, befürwortet General Wilhelm Zehner den Einsatz des Bundesheeres. Walter Seledecs Dokumentation erinnert an jenen Staatssekretär und General der Infanterie, der seinen Widerstand gegen die NS-Diktatur mit dem Leben bezahlte.

zeit.geschichte: Ein General gegen Hitler - Wilhelm Zehner

Dokumentation, 2008

Samstag, 10.3.2018, 21.50 Uhr
Wh. So 04.40 Uhr, Mo 00.05 Uhr

12. März 1938: Die deutsche Wehrmacht marschiert in Österreich ein, ohne auf Widerstand zu stoßen. Hätte der Anschluss militärisch verhindert oder verzögert werden können? Dieser Frage geht die Dokumentation anhand des Schicksals des letzten Staatssekretärs im Verteidigungsministerium, General der Infanterie Wilhelm Zehner (1883-1938), nach.

Zehner, der sich im Ersten Weltkrieg besonders am Isonzo große Verdienste erwarb und beim NS-Putsch 1934 mithalf, diesen niederzuschlagen, war maßgeblich am Wiederaufbau und der Modernisierung des Bundesheeres der Ersten Republik beteiligt. Er sorgte dafür, von Italien massive militärische Unterstützung zu erhalten. Mit seiner Haltung als Gegner des Dritten Reiches geriet Zehner in Konflikt mit Hitler.

Innerhalb des österreichischen Bundesheeres gab es große Spannungen zwischen Wilhelm Zehner und seinem Generalstabschef Feldmarschallleutnant Alfred Jansa (1884-1963). Zehner wie Jansa waren beide vehemente Gegner der nationalsozialistischen Machtpolitik. Jansa arbeitete ein groß angelegtes Verteidigungskonzept zum Schutz der österreichischen Grenze aus, das Zehner - nicht zuletzt aus budgetären Gründen - in Zweifel zog.

Die politische Lage in Österreich spitzte sich zu, Schuschnigg geriet immer mehr unter Druck, denn Hitler signalisierte eine härtere Gangart gegen Österreich. Letztendlich unterzeichnete Schuschnigg Hitlers Abkommen, das Nationalsozialisten an der österreichischen Regierung beteiligte. Dennoch trat Zehner für einen offenen Kampf gegen Hitlerdeutschland ein und war bereit, Österreich bis zuletzt zu verteidigen. Am 11. März 1938 musste Zehner aus seinem Amt scheiden, davor musste er den für ihn persönlich folgeschwersten und furchtbarsten Befehl in seiner militärischen Laufbahn geben: „Wenn deutsche Truppen die Grenze überschreiten, so haben sich unsere Truppen nach Osten zurückzuziehen. Es darf kein Schuss abgegeben werden.“ Schuschniggs Entschluss stand fest, keinen Widerstand gegen das Deutsche Heer zu leisten. Einen Monat später sollte Zehner seine deutschlandfeindliche Haltung mit dem Leben bezahlen. Er starb nach einem Besuch der Gestapo in seiner Wohnung am 10. April 1938.

ein general gegen hitler - Wilhelm Zehner

ORF/Ali Schafler

Peter Matic (General Wilhelm Zehner)

Der Film von Walter Seledec zeichnet die Ereignisse in Spielszenen und mit Originalaufnahmen nach und lässt Historiker und Zeitzeugen zu Wort kommen.

ein general gegen hitler - Wilhelm Zehner

ORF/Ali Schafler

Walter Gellert, Franz-Robert Wagner (Generalstabschef Feldmarschallleutnant Alfred Jansa), Reinold Tischler, Peter Matic (General Wilhelm Zehner), Martin Muliar

ein general gegen hitler - Wilhelm Zehner

ORF/Ali Schafler

Eugen Stark (Kurt Schuschnigg), Peter Matic (General Wilhelm Zehner)

Regie: Leo Bauer

In den Hauptrollen:
Peter Matic als Wilhelm Zehner
Franz Robert Wagner als Alfred Jansa
Eugen Stark als Kurt Schuschnigg

Dokumentation, 2008


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