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"WELTjournal +: Überleben - die Babuschkas von Tschernobyl": Die Überreste des AKW Tschernobyl

ORF/journeyman

Die Überreste des AKW Tschernobyl

19. - 30. April

30 Jahre Tschernobyl – ORF erinnert mit trimedialem Programmschwerpunkt

Vor 30 Jahren – am 26. April 1986 – kam es im sowjetischen Reaktorzentrum von Tschernobyl zur bisher folgenschwersten Nuklearkatastrophe. Radioaktive Wolken wurden aus der Ukraine in den Westen und Süden getrieben. Erhöhte Strahlung war in ganz Europa und besonders auch in manchen Teilen Österreichs zu messen.
Der ORF widmet sich in der Woche des 30. Jahrestages in zahlreichen Sendungen in Fernsehen, Radio und Online der Katastrophe und ihren Folgen:
Die ORF-TVthek richtet einen Video-on-Demand-Themencontainer mit den Sendungen des TV-Schwerpunkts ein und bringt diese auch im Live-Stream.  
Am Freitag, dem 22. April 2016, gewährt die „Universum History“-Dokumentation „Das Tschernobyl-Vermächtnis“, um 22.45 Uhr in ORF 2 einen seltenen Einblick in den innersten Kreis des sowjetischen Krisenmanagements. Die „Menschen & Mächte spezial“-Dokumentation „Strahlende Tage“ zeichnet danach um 23.30 Uhr in ORF 2 den Ablauf der Ereignisse in Österreich ab dem 26. April 1986 minutiös nach. Am Dienstag, dem 26. April, steht um 20.15 Uhr Klaus Feichtenbergers mehrfach ausgezeichnete „Universum“-Dokumentation „Radioaktive Wölfe“ auf dem Programm von ORF 2.
Das ORF.at-Netzwerk und der ORF TELETEXT werden in Storys an den Jahrestag des Reaktorunfalls von Tschernobyl erinnern, rekapitulieren, wie Österreich damals von diesem Super-GAU erfahren hat, und die weitreichenden Folgen der Nuklearkatastrophe analysieren.
Mit der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl und deren Auswirkungen beschäftigen sich außerdem „Thema“ (26. April) und die „Weltjournal“- bzw. „WELTjournal +“-Reportagen „Atomruinen für die Ewigkeit“ und „Die Babuschkas von Tschernobyl“ (27. April). Auf dem Programm stehen weiters Nikolaus Geyrhalters Dokumentarfilm „Pripyat“ (26. April, 3sat), Andreas Prochaskas AKW-Drama „Der erste Tag“ (27. April, ORF 2) und ein ORF III-„zeitgeschichte“-Abend am 30. April u. a. mit der Dokumentation „Die wahre Geschichte von Tschernobyl“.
Auch Ö1 („Journal Panorama“, „Dimensionen“ und „Hörspiel-Studio“) präsentiert rund um den 30. Jahrestag zahlreiche Beiträge.
Die Programmpunkte im Überblick:

Universum History: Das Tschernobyl-Vermächtnis

Freitag, 22. April, 22.45 Uhr, ORF 2
Montag, 25. April, 15.20 Uhr, ORF III

Am 26. April 1986 ereignete sich die bis heute größte Nuklearkatastrophe der Geschichte: Der Super-GAU im ukrainischen Atomkraftwerk Tschernobyl. Das Unglück verseuchte ganze Landstriche, Zehntausende Menschen mussten ihre Häuser für immer verlassen. Waleri Legassow, der Chef der von Moskau eingesetzten Tschernobyl-Untersuchungskommission, nahm sich zwei Jahre nach der Katastrophe das Leben. Doch unmittelbar davor hat er mehrere Tonbänder mit sensiblen Details zum Umgang mit der Katastrophe aufgenommen. Die neue „Universum History“ Spieldokumentation von Tetyana und Alexander Detig beleuchtet diese brisanten Tonbandaufnahmen und gewährt einen seltenen Blick in den innersten Kreis des sowjetischen Krisenmanagements.
"Universum History: Das Tschernobyl-Vermächtnis": Kontrollraum in Atomkraftwerk Tschernobyl

ORF/ZDF Enterprise/Alexander Detig

Kontrollraum in Atomkraftwerk Tschernobyl

Menschen und Mächte Spezial: Strahlende Tage

Freitag, 22. April, 23.30 Uhr, ORF 2
Samstag, 30. April, 20.15 Uhr, ORF III

Die Folgen des Super-GAUs – wie es wirklich war, was tatsächlich passiert ist, welche Folgen es wirklich gibt. Die Dokumentation zeichnet den Ablauf der Ereignisse in Österreich minutiös nach, beschreibt die politischen Entscheidungen und lässt Entscheidungsträger zu Wort kommen. Befürchtungen von damals werden den realen Entwicklungen gegenübergestellt. Welche gesundheitlichen Auswirkungen hatte der Super-GAU, wie stark waren Landschaft, Nahrungsmittel und Menschen kontaminiert? Wie geht es den damals geborenen Kindern nach 30 Jahren?
"Menschen & Mächte Spezial: Strahlende Tage": Greifswald in Norddeutschland. Hier findet ein ordnungsgemäßer Rückbau von Atomkraftwerken statt. Die Dekontamination der Einzelteile dauert bereits viele Jahre. Diese Prozedur steht einmal allen AKWs bevor.

ORF/Peter Liska

Greifswald in Norddeutschland. Hier findet ein ordnungsgemäßer Rückbau von Atomkraftwerken statt. Die Dekontamination der Einzelteile dauert bereits viele Jahre. Diese Prozedur steht einmal allen AKWs bevor.

Universum: Radioaktive Wölfe

Dienstag, 26. April, 20.15 Uhr, ORF 2
Regisseur Klaus Feichtenberger zeigt eine faszinierende, paradoxe Welt, die beides zugleich ist: ein Blick in die Zeit lange vor der menschlichen Zivilisation und ein Fenster in die Zukunft nach der ultimativen nuklearen Katastrophe.
30 Jahre nach dem Super-GAU sind die 3.000 Quadratkilometer rund um Tschernobyl immer noch verbotene Zone – allerdings nur für Menschen. Am Schauplatz des größten Reaktorunfalls ist in den vergangenen Jahrzehnten ein unbeabsichtigtes ökologisches Experiment abgelaufen. Riesige Rudel von Wölfen haben die Region erobert und streifen durch die Schwemmgebiete des Prypjat und die verlassenen Siedlungen. Was einst die Kornkammer der Sowjetunion war, ist nun von riesigen Wäldern bedeckt, mit der neuen Vegetation sind Bisons, Luchse und Wölfe zurückgekehrt.

Für dieses „Universum“ konnte erstmals ein westliches Filmteam in die verbotene Zone vordringen und dieser spektakulären Wiederkehr der Natur nachforschen.
"Universum: Radioaktive Wölfe": Wölfe in verlassenen Dörfern. Ihre Populationsdichte und -struktur innerhalb der Zone unterscheidet sich nicht von jenen in den unverstrahlten Kontrollgebieten.

ORF/Epo Film/Klaus Feichtenberger

Wölfe in verlassenen Dörfern. Ihre Populationsdichte und -struktur innerhalb der Zone unterscheidet sich nicht von jenen in den unverstrahlten Kontrollgebieten.

Thema: Die vergessenen Kinder von Tschernobyl

Dienstag, 26. April, 21.05 Uhr, ORF 2
Christoph Seibel hat die Hilfsprojekte von Global 2000 besucht und ist auf berührende Schicksale gestoßen.
„Maxim war ein fröhlicher Knabe“, sagt seine Mutter, „aber eines Abends habe ich beim Baden die vielen blauen Flecken an seinem Körper entdeckt.“ Maxim ist an Leukämie erkrankt. Die lebensrettende Behandlung müssen die Eltern größtenteils selbst bezahlen. „Wir mussten alles zu Geld machen, sogar unsere Kuh, um Medikamente kaufen zu können“, sagt der junge Familienvater. Ein kleines Stück Land und ein paar Nutztiere, das war die Lebensgrundlage der Familie. Leukämie – ein Schicksal, das der vierjährige Maxim mit vielen Kindern in der Ostukraine teilt. Das ehemalige Industriegebiet der UdSSR ist ökologisch schwer belastet. Eine Folge der Atomkatastrophe von Tschernobyl und der jahrzehntelang betriebenen Schwerindustrie.
Der Pädagoge Dr. Christoph Otto hat es zu seiner Lebensaufgabe gemacht, den kranken Kindern von Tschernobyl zu helfen: „Es ist schrecklich für Eltern zu merken: Nur weil ich arm bin, muss mein Kind sterben.“ Spitäler und Kinderheime werden mit Medikamenten, medizinischen Geräten und Geld unterstützt.

 Weltjournal: Atomruinen für die Ewigkeit

Mittwoch, 27. April, 22.30 Uhr, ORF 2

30 Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl ist Atomkraft in vielen Teilen der Welt wieder im Aufwind. Mehr als 30 Länder setzen auf Kernenergie, ohne zu wissen, was später einmal mit dem radioaktiven Abfall geschehen soll. Denn es gibt bisher noch kein einziges sicheres Endlager für verstrahlten Müll. Das „Weltjournal“ zeigt, welchen Einfluss die mächtige Atomlobby besitzt und welche Methoden sie anwendet, um schrottreife Kraftwerke am Netz zu halten. Während die Energiekonzerne sich über Profite aus Atomstrom freuen, fallen die Kosten für die Lagerung des Atommülls und den Rückbau der Kraftwerke weit höher aus, als derzeit geschätzt wird.

WELTjournal + : Die Babuschkas von Tschernobyl

Mittwoch, 27. April, 23.05 Uhr, ORF 2

Ungeachtet aller Verbote und Warnungen der Regierung lebt eine Gruppe älterer Frauen nach wie vor in der Todeszone um den Katastrophenreaktor von Tschernobyl. Männer und Kinder sind an der Verstrahlung gestorben, die Babuschkas erfreuen sich bester Gesundheit – und geben der Wissenschaft Rätsel auf. Hanna, Valentina und Maria, die jüngste 72, die älteste 85, sind nach den Zwangsevakuierungen vor 30 Jahren wieder in ihre Häuser zurückgekehrt und führen ein beschauliches Leben in einer idyllischen, aber hochradioaktiv vergifteten Gegend. Die einzigen Menschen, die sie ab und zu in der Sperrzone sehen, sind Soldaten, Wissenschafter oder Jugendliche, die sich als Mutprobe vor dem verstrahlten Reaktorblock fotografieren.
"WELTjournal +: Überleben - die Babuschkas von Tschernobyl": Drei Babuschkas, die in der Sperrzone rund um Tschernobyl leben, feiern Ostern mit hochprozentigem Alkohol.

ORF/journeyman

Drei Babuschkas, die in der Sperrzone rund um Tschernobyl leben, feiern Ostern mit hochprozentigem Alkohol.

Preisgekröntes ORF/ARTE-Drama „Der erste Tag“

Mittwoch, 27. April, 23.50 Uhr, ORF 2
Mit einer fiktiven AKW-Katastrophe beschäftigt sich Andreas Prochaskas preisgekröntes ORF/ARTE-Drama aus dem Jahr 2008 am.
Was passiert, wenn es passiert? Ein Kernkraftwerk im österreichischen Grenzgebiet meldet einen Störfall. Die Krisenstäbe reagieren professionell und sind doch mit einer Situation konfrontiert, der man in keiner Übung gerecht werden kann.
Vor der Kamera standen u. a. Andreas Kiendl, Hary Prinz, Florian Teichtmeister, Daniel Keberle, Franziska Weisz, Karl Fischer und Ferry Öllinger. Für das Drehbuch zeichnet Susanne Freund verantwortlich.
"Der erste Tag": Ein grenznahes Kernkraftwerk meldet den Ernstfall. Strahlenalarm.

ORF/Petro Domenigg

Ein grenznahes Kernkraftwerk meldet den Ernstfall. Strahlenalarm.

zeit.geschichte: Die wahre Geschichte von Tschernobyl

Samstag, 30. April, 21.05 Uhr, ORF III
Im Morgengrauen des 26. April 1986 explodierte der vierte Reaktor des Atomkraftwerks Tschernobyl. Eine regenbogenfarbene Stichflamme schoss 1.000 Meter hoch in den ukrainischen Himmel. In den folgenden acht Monaten nahmen 800.000 junge Soldaten, Minenarbeiter, Feuerwehrleute und Zivilisten aus der gesamten Sowjetunion einen fieberhaften Kampf um Tschernobyl und gegen die Zeit auf. Die Dokumentation von Thomas Johnson folgt anhand von Augenzeugenberichten, darunter persönliche Erinnerungen des ehemaligen Präsidenten der Sowjetunion Michail Gorbatschow, den eindringlichen Bildern von Igor Kostin, dem einzigen Fotograf am Ort des Geschehens, Archivaufnahmen, Originaldokumentationen und neuesten Forschungsergebnissen den damaligen Ereignissen und arbeitet die langfristigen Konsequenzen des Unglücks für Menschen und Umwelt auf.

„Verbotenes Paradies“ über die Tierwelt der Stadt Pripyat und Nikolaus Geyrhalters Dokumentarfilm „Pripyat“

Dienstag, 26. April, 17.45 Uhr bzw. 22.25 Uhr, 3sat
3sat zeigt am Jahrestag des Reaktorunglücks am 26. April um 17.45 Uhr die Dokumentation „Verbotenes Paradies“ über die Tierwelt der Stadt Pripyat, der Stadt, die einst zusammen mit dem Kernkraftwerk Tschernobyl 1970 erbaut wurde.
Vier Protagonisten geben Einblick in ihren Alltag.
Um 22.25 Uhr folgt der Dokumentarfilm „Pripyat“ von Nikolaus Geyrhalter, der 1998 das Leben in der verstrahlten und fast verlassenen Stadt Pripyat schilderte. Der österreichische Filmemacher beschreibt die Lebenssituation dieser Menschen und fragt, warum sie zurückkehrten. Ein Überleben in einem Mikrokosmos, in dem man nichts essen, nichts trinken und bei Wind keinen Staub einatmen sollte. Doch kaum einer handelt danach, denn die Gefahr ist unsichtbar.

„Journal Panorama“,  „Dimensionen“ und „Hörspiel-Studio“ in Ö1

Das „Journal Panorama“ geht am Dienstag, den 19. April ab 18.25 Uhr in Ö1 der Frage „Was blieb von Tschernobyl?“ nach.
„30 Jahre Tschernobyl“ ist das Thema der „Dimensionen – die Welt der Wissenschaft“ am Donnerstag, dem 21., und am Freitag, dem 22. April, jeweils um 19.05 Uhr in Ö1. Zu hören sind aktuelle Beiträge über die Erforschung und die Langzeitfolgen der Nuklearkatastrophe, die sich am 26. April 1986 im Block 4 des Kernkraftwerks Tschernobyl in der Nähe der ukrainischen Stadt Prypjat ereignete.
Das „Hörspiel-Studio“ bringt am Dienstag, dem 26. April (21.00 Uhr, Ö1), Kilian Leypolds Stück „Schwarzer Hund. Weißes Gras.“, in dem sich ein ehemaliger Kriegsfotograf, einer der ersten Augenzeugen der Katastrophe, ein letztes Mal auf den Weg in das verseuchte Gebiet auf der ewigen Jagd nach dem perfekten Foto macht. In der Produktion des Bayerischen Rundfunks aus dem Jahr 2011 wirken Vincent Leittersdorf, Maria Kwiatkowsky, Otto Mellies, Kathrin Wehlisch, Lars Rudolph, Julian Mehne, Andreas Leupold und Carl Heinz Choynski mit. Die Musik kommt von Tarwater, Regie führte Kai Grehn.