FARIS ENDRIS RAHOMA

Faris Endris Rahoma. (Bild: ORF)

Nachdem Arnold Schwarzenegger endlich die Steiermark verlassen hatte, war der Weg für mich frei. Aber alles der Reihe nach: Mein Vater kam 1973 aus Ägypten nach Weiz; hüben wie drüben als Bauer tätig. Zwei Jahre später kam ich dann. Direkt nach meiner Geburt drängte ich auf einen Umzug nach Wien. Dort hab’ ich im Kindergarten meine ersten beiden Ehen und ebenso viele Scheidungen hinter mich gebracht. Die Vespa war wichtiger als der Französisch-Nachzipf, doppelt bitter, dass ich im Ferialjob die Post mit der grindigen Puch ausliefern musste. Also wieder zurück auf die Schule.

Pausendandy mit Rollenklau

Nach einem Zwischenstopp als Pausendandy auf einer Modeschule (fragt mich nicht, wie ich dort gelandet bin) wollte ich aufs Konservatorium, mit 19 hat es mir auch dort gereicht, diesmal allerdings mit Abschluss in der Tasche. Zwischenzeitlich hatte ich die erste Kindermusicalcompany Europas gegründet und Bewegungsformen von Jazzdance über Leichtathletik bis Ballett trainiert. Und: first contact mit der Kamera. Meinem kleinen Bruder hab ich schon mit acht Jahren die erste Filmrolle gefladert; er war zu jung, ich zufällig im Castingbüro. Sorry for that. Aber ich hatte ja auch schon mehr Erfahrung als er, mein Auftritt als König Melchior im Schulkrippenspiel war oscarreif.

Faris von Arabien

Nach Castings und Rollen als Waldmensch, Kebabtandler und/oder Drogendealer wollte ich's dann mal hinter der Kamera versuchen. Der internationale Ruhm ließ trotzdem nicht auf sich warten. Eigentlich wollten sie mich ja in Ägypten gleich als Filmstar behalten, nachdem ich einen Film mit Youssef Chahine gedreht hatte. Weitere Rollen ließen nicht auf sich warten. Die Frage "kannst reiten?" war der Anfang eines Engagements in einem arabischen Kostümschinken. Statt Kebabverkäufer war ich diesmal Prinz. So schließt sich der adelige Kreis also.

Mach ma!

Vor zweieinhalb Jahren meinte ein befreundeter Regisseur: "Mach ma einen Film." Binnen weniger Wochen war das Projekt "Auf bösem Boden" mit minimalen Mitteln am Laufen. Als Produktionsleiter, Regieassistent und Schauspieler habe ich meine Erfahrungen im Kurzfilmbereich für einen Langfilm umgesetzt. Von wie bitte? erwarte ich mir, dass wir die Dinge hinterfragen, einmal aus anderen Blickwinkeln zeigen. Nicht immer ist der Prinz gleichzeitig ein Kebabverkäufer.