Es ist der größte angelsächsische Goldschatz, der jemals gefunden wurde. Auf einem Feld in Mittelengland fördern Experten rund 1500 Exponate ans Tageslicht. Gefunden hat den Schatz aber ein Hobbyschatzsucher mit seiner Metallsonde.

Für den arbeitslosen Terry Herbert ein Jackpot: Fünf Kilo Gold und drei Kilo Silber. Er wird die Hälfte des Schätzwertes erhalten, die andere Hälfte der Grundbesitzer. Der Fund umfasst vor allem Schmuck, Waffen und Helmteile. Doch auch die Wissenschaft jubelt, denn die Exponate aus dem achten Jahrhundert sind für die Britische Geschichtsforschung von unschätzbarem Wert.

In Österreich ist das Metallsuchen mit Sonden rechtliche Grauzone: Das Gehen an sich ist erlaubt, das gezielte Suchen und Graben nach archäologischen Fundstücken ist verboten. Wer "zufällig" etwas entdeckt, muss den Fund melden und abgeben - gegen Entschädigung.

Archäologen stört vor allem, dass Laien einen Fundort nicht richtig dokumentieren können - damit geht der Wissenschaft viel verloren. Doch was Metalldetektoren bis zu einem Meter tief im Boden melden, sind ohnedies meist Nieten.

Sondengänger: "Der hohe Ton signalisiert einen hohen Leitwert, in dem Fall ist es ein Eisenteil, und komme ich mit der Spule sehr nahe an das Objekt, habe ich den speziellen Ton, der mir ein großes Teil anzeigt."

Selten, aber doch haben auch in Österreich Sondengänger schon wahre Schätze entdeckt. Einer der bekanntesten Funde ist der "Schatz vom Fuchsenhof" bei Freistadt. Fast 7000 Silbermünzen, Schmuck und Schmuckmaterialien aus dem Mittelalter wurden vor zehn Jahren dort ausgegraben. Die beiden ehrlichen Finder erhielten je 70.000 Euro, ohne sie wäre der Schatz vielleicht nie gefunden worden.

Stefan Groh, Archäologe, Universität Wien: "Heimatforscher und auch sogenannte Hobbyarchäologen, die mit Metalldetektoren durch die Landschaft gehen und sie in ihrer Freizeit erkunden, sind natürlich wertvolle Quellen für die Wissenschaft. Wertvolle Informationen, aber nur dann, wenn sie auf dem richtigen Weg in unsere Forschungen integriert werden. Der Großteil der archäologischen Funde, die durch Metalldetektoren geborgen werden, haben nur ideellen und nicht materiellen Wert. So zum Beispiel römische Münzen, das Hauptfundgut, die haben kaum materiellen Wert. Dennoch ist davon auszugehen, dass es auch in Österreich noch große Schätze gibt, die heute noch verborgen sind und erst entdeckt werden müssen."

Den Traum vom Schatz hat sich diese Wiener Runde erfüllt: allerdings in der Wüste Gobi. Diesen Sommer haben sie einen Schatz in der Mongolei gehoben. Der entscheidende Hinweis stand in einem Buch: Ein buddhistischer Geistlicher soll vor 70 Jahren den Schatz zum Schutz vor den Kommunisten vergraben haben.

Im August machen sich die Wiener auf in die Mongolei. Mit im Gepäck: Kameraequipment und Satellitenübertragungstechnik. Das Abenteuer soll live im Internet zu sehen sein. Ständig mit dabei ist der Enkel des Geistlichen, der seine Zustimmung zu den Grabungen gegeben hat.

Michael Eisenriegler, Abenteurer und Schatzjäger: "In den letzten Jahren ist es immer häufiger vorgekommen, dass Amateurschatzsucher mit Metallsuchgeräten in der Wüste Gobi aufgetaucht sind und versucht haben diese Kisten zu finden. Aber man hat uns erzählt, dass man als Gegenmaßnahme großflächig Metallspäne ausgestreut hat, um diese Metalldetektoren zu verwirren. Also es gibt immer eine Lösung für diese Dinge."

Und tatsächlich werden die Wiener fündig. Der Inhalt der Kisten besteht aus alten Schriften, buddhistischen Ritualgegenständen und zahlreichen Kunstschätzen. Alles Dinge, die in der kommunistischen Ära verboten waren und vernichtet wurden. Daher ist der Schatz ein seltener Bestandteil des mongolischen Kulturerbes. Er wird in einem Museum im Land verbleiben. Reicher wurden die Wiener durch ihr Abenteuer nicht - höchstens an Erfahrung.

Michael Eisenriegler, Abenteurer und Schatzjäger: "Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, also es ist ja die Erfüllung jeglichen Bubentraums. Wir sind fassungslos dort gestanden, wie die Kisten geöffnet wurden, und unser Herz hat geschlagen und wir haben gewusst, jetzt haben wir irgendetwas richtig gemacht."

Die Lust an Abenteuer und Schatzsuche, der Traum vom großen Glücksfund liegt wohl in unseren Genen, wie auch das Jagdfieber. Man sollte aber im gesetzlichen Rahmen bleiben, und nicht einfach nur mit der Sonde wildern gehen.