3D OHNE BRILLE - AN DER ZUKUNFT WIRD SCHON GEFORSCHT

Die TU-Informatiker haben nicht nur ein brillenloses 3D-Display entwickelt sondern auch eine Software. Damit kann Stereofilm- und -Videomaterial konvertiert werden, zur 3D-Darstellung für verschiedenste Displays.

Die Wiener Forscher haben jahrelang am Display ohne Brille gearbeitet und sind weltweit konkurrenzreif. Doch wie funktioniert es?

Margrit Gelautz, TU Wien Informatikerin: "Die entscheidende Technik dahinter ist, dass im Bildschirm Linsen eingebaut sind, die das linke und rechte Stereobild in die richtige Richtungen ablenken, und zwar genau so, dass der Zuseher das linke Bild auf das linke Auge bekommt und das rechte Bild auf sein rechtes Auge. Damit wird genau wie beim natürlichen Stereosehen nach unbewusster Verarbeitung im Gehirn einen 3D-Eindruck erzielt."

Bislang war es so, dass man nur von einem gewissen Punkt aus ein scharfes räumliches Bild erhielt, wechselte man die Position, verlor sich der 3D-Effekt - die Bilder wurden unscharf.

Die Wiener Forscher haben ein Verfahren entwickelt, das dies vermeidet. Je ein Bild der zwei Stereokameras wird in ein sogenanntes Tiefenbild umgerechnet. Eine spezielle Software errechnet aus Bild und Tiefenkarte virtuell mehrere verschiedene Blickwinkel. Fazit: alle vor dem Fernseher sehen ein scharfes 3D-Bild.

Dieses Display - entwickelt vom Fraunhofer Institut - liefert 3D-Erlebnis ohne Brille und der Finger oder die Hand dienen als Fernbedienung.

Margrit Gelautz: "Diese 3D-Displays erlauben jetzt auch spannende Arten der Interaktion. Man steht vor einem 3D-Display und der Benutzer kann interaktiv navigieren und das erfordert, wenn die Navigation mit Hilfe der Hände erfolgt, dass gewisse Sensoren die Bewegung der Hände aufnehmen, das wird dann umgerechnet und hilft, das 3D-Modell, das hinter der Darstellung steht, zu drehen."

Interaktionen zwischen Mensch und Computer, wie sie nur aus Science-Fiction-Filmen bekannt waren, sollen in wenigen Jahren alltäglich sein.

Displays die per Gedankenkraft gesteuert werden und virtuelle Welten, in denen man interagieren kann sind das Zukunftsszenario.

Margrit Gelautz: "Also neben Unterhaltung wie Kino, Fernsehen, kann ich mir durchaus vorstellen, dass es auch im privaten Bereich, bei Foto- und Videosammlung verstärkt eine Rolle spielt, dass man eben seine Videos in Zukunft in 3-D vorführt."

In vielen Bereichen ist 3-D schon üblich: Operationssimulationen in der Medizin, Modelle für Architektur oder Archäologie. Mit der Entwicklung der Wiener Informatiker steht dem räumlichen Seherlebnis in den eigenen vier Wänden nichts mehr im Weg.

Margrit Gelautz: "Ich glaube, dass 3-D in unser tägliches Leben Einzug halten wird, angefangen vom 3-D-Kino, an das wir uns fast schon gewöhnt haben, Werbung, bis zu 3D-Fernsehgeräten, die uns so selbstverständlich erscheinen werden, dass uns unsere derzeitigen 2D-Fernsehgeräte in etwa an Stummfilme aus vergangener Zeit erinnern."

An einem Fernsehsender der nur in 3-D ausstrahlt, wird gerade gearbeitet.