Das Geheimnis des Erfolgs: wie aus einer Idee ein erfolgreiches Geschäft werden kann

Ein Flohmarkt für gebrauchte Medien, gestrickte Sachen von der Oma und das etwas andere Essensbestellservice - drei unterschiedliche Geschäftsideen mit ein und demselben Ziel: Erfolg.

Als Angelo Laub vor 3 Jahren sein Internetunternehmen gründete, trieb ihn weniger der Erfolgs- , sondern vielmehr der Heißhunger. Aus der Not machte der Wiener eine Geschäftsidee und verdient seither mit knurrenden Mägen sein Geld.

Angelo Laub, Essensvermittler: "Meine 3 Freunde und ich haben sehr viel von Zuhause aus gearbeitet. Und wollten nicht immer kochen und haben deswegen sehr viel Essen bestellt. Und wir haben dann geschaut, kann man das übers Internet bestellen und festgestellt, das geht zwar, die existierenden Dienste, die es auch damals schon gegeben hat, die fanden wir aber Scheiße, auf gut Deutsch gesagt. Und haben gedacht, dass kann man besser machen.“

Das Ziel: eine Plattform zu entwickeln, auf der man nicht nur Essen bestellen und bezahlen kann, sondern auch gleich verlässlich erfährt, bei wem es am besten schmeckt.
Sushi, Schnitzel oder Kebab? Die Website listet im Handumdrehen alle Restaurants im Umkreis samt dazugehöriger Speisekarte auf. Wo es das beste Essen gibt, erfährt der Kunde anhand der Quality Ranks. Doch bisher ließen sich diese Bewertungssysteme leicht manipulieren.

Angelo Laub, Jungunternehmer: "Unsere Schlüsselidee war es, einen Algorithmus zu entwickeln, der von den bestehenden Bestelltransaktionen ableiten kann, wie gut oder wie schlecht ein Restaurant ist. Die Leute stimmen ab, indem sie Bestellungen abgeben. Und Restaurants, wo die Leute immer wieder bestellen, sind in diesem Modell besser als Restaurants, wo Leute nur einmal bestellen und nie wieder. Und dadurch, dass die Leute Geld in die Hand nehmen müssen um eine Stimme abzugeben, ist dieses System auch besser geschützt vor Manipulationsversuchen. Und zeig ich euch wie‘s geht:
Postleitzahl eingeben und Restaurant aussuchen, Bestellung abgeben.“

Von der Homepage bis zum Bestellautomaten, alles musste neu entwickelt werden. Und, hat sich der "Erfolgshunger" ausgezahlt?

Angelo Laub: "Für mich wär es auch dann schon ein Erfolg gewesen, wenn es nicht funktioniert hätte, ich aber was dabei gelernt hab. Und ich sag mal, wenn es nach 2 Jahren vorbeigewesen wäre, wär‘s für mich trotzdem ein Erfolg gewesen, weil ich so unermesslich viel dabei gelernt habe. Und dieses Wissen, das sind Dinge, die lernt man an keiner Uni.“

Angelo schmiss sein Studium und besuchte statt der Mensa fortan mehr als 100 Restaurants, um sie für seine Idee zu gewinnen. Testessen inklusive.

Als "Newton" den Jungunternehmer im Jahr 2008 das erste Mal traf, schrieben Angelo und sein Mitgründer gerade an der Software. Ihr damaliges Büro: ein öffentliches Vereinslokal für kreative Köpfe. Das Startkapital im Wert eines Kleinwagens, hatten Freunde und Bekannte finanziert. Einfach war es nicht.

"Es gab Zeiten, wo ich jede zweite Woche gezweifelt hab, wird das jetzt noch was, machen wir überhaupt noch weiter. Das ist wie eine Achterbahnfahrt, aber nach einem Tal kommt meistens wieder ein Hoch. Man darf sich von gelegentlichen Tälern nicht beirren lassen und muss den langen Atem behalten und da auch ein bisschen stur sein. "

Und das war Angelo. Mittlerweile hat der 28 jährige 10 Angestellte und einen neuen Teilhaber.
Seit einem Jahr macht der Wiener mit seinem ehemaligen Konkurrenten gemeinsame Sache. Hungrige können mittlerweile aus über 600 Restaurants in ganz Österreich wählen. Für jede erfolgreiche Vermittlung kassieren die "Essens-Makler" eine Provision von den Restaurants. So verdienen beide.

Angelo Laub: "Der Vorteil von einem Online-Startup ist, dass man nur eine Software schreiben muss und man kann im Grunde schon loslegen. Man braucht keinen Fuhrpark mit Autos, kein Lokal wo die Einrichtung mehrere 100.000 Euro kostet. Man kann im Kleinen sehr schnell zu Ergebnissen kommen und kommt mit wenig Kapital aus. Das ist der Grund, warum immer mehr Online-Startups gegründet werden."

Turgut Mermertas, Essens-Makler: "Am Anfang war das sehr kompliziert. Da haben wir 24 Stunden am Tag gearbeitet, nachdem das auch im Onlinebereich ist, kann man nie aussteigen. D. h., auch wenn wir Zuhause sind, im Schlafzimmer, hat man das iPhone dabei und ist immer online und beobachtet die Bestellungen. Eigentlich musst du das leben, also nicht arbeiten sondern man muss dafür leben. Man muss nur noch daran denken und dafür arbeiten."

Doch reichen durchwachte Nächte und eine gute Idee aus, um langfristig erfolgreich zu sein? Gibt es eine Art Erfolgsrezept?

Prof. Dieter Lenzen von der Universität Hamburg weiß, was Erfolgstypen ausmacht. Erfolgsfaktor Nummer 1: Gründen Sie ihr Unternehmen aus gutem Grund:

Dieter Lenzen, Präsident Universität Hamburg: "Das Beste ist dieses, dass ein Unternehmen aus Not gegründet wird, d. h. aus wirtschaftlicher Not der Menschen, die dies machen oder auch aus Notumständen z. B. nach einem Krieg oder ähnlichen Ereignissen oder auch nach einer Finanzkrise."

Erfolgsfaktor Nr. 2 : Haben Sie ausreichend Geschwister!

Wer also 2 Geschwister hat, hat deutlich bessere Chancen als jemand, der aus einer Familie kommt in der nur 1,9 Kinder statistisch gesehen gemeinsam aufwachsen. Der Grund ist leicht nachvollziehbar. Unternehmer zu sein, heißt kommunikativ sein zu können, und in der Geschwisterkonstellation ist Kommunikation das Wichtigste. Streit ausstehen zu können, aber gleichzeitig auch miteinander umgehen zu können.

Erfolgfaktor Nr. 3: Seien sie hartnäckig, ausdauernd, kreativ und ...

Dieter Lenzen: "Eine hinreichende Intelligenz scheint eine wichtige Voraussetzung zu sein, ebenso, dass Unternehmer nicht zu jung sein sollten. Also die Annahme, dass alle, die wie der Facebookgründer im zarten Alter Milliardäre werden, diese Annahme ist falsch, das sind Zufälle. Und es ist so, dass entgegen vielleicht unserer Alltagserwartung die Risikobereitschaft eben nicht zu hoch entwickelt sein darf. Man spricht von einer mittleren Risikobereitschaft, die eine Erfolgsvoraussetzung ist."

Erfolgsfaktor Nr. 4: Vergessen sie die Sache mit dem "Unternehmer-Gen".

Dieter Lenzen: "Man hat in der Tat versucht, herauszufinden, ob es so etwas wie ein Unternehmergen gibt, ob es also Erbfaktoren gibt, die es günstig erscheinen lassen, unternehmerisch tätig zu sein. Das Ergebnis ist wie zu erwarten negativ. Es sind die Umweltbedingungen, die Sozialisations-, die Erziehungsfaktoren, die durchschlagend sind."

Geschäftsidee Nr. 2 - die strickenden Omas. Mit warmer Wolle und flinken Fingern will diese Internetidee punkten: handgestrickte Schals, Socken, Handschuhe oder Hauben von waschechten Großmüttern. Ein Social-Start up, das auf die Fähigkeiten älterer Menschen setzt und damit erfolgreich sein will. Seit knapp 4 Monaten gibt es den individuellen Oma-Strickdienst. Die Idee mit der Masche stammt von Verena Röthlingshöfer.

Verena Röthlingshöfer, Jungunternehmerin, Online-Strickdienst: "Die Idee kam zufällig. Ich bin im Urlaub gewesen und hab da einen Beitrag über strickende Omas gesehen, die sich mit ganz viel Liebe und Leidenschaft ihrem Hobby gewidmet haben. Und meine Idee war einfach, dass ältere Damen so viel Knowhow und Wissen haben und wenn man das mit modernen und schönen Produkten verbinden könnte, dann wäre das sicher eine ganz tolle Sache. Dann hab ich das Freunden und Bekannten erzählt und die Idee kam so gut an, dass wir uns gedacht haben, das müssen wir jetzt versuchen."

Gesagt getan. Um unter den Bewerberinnen die besten "Strickliseln" ausfindig zu machen, wurden alle Omas zum "Bewerbungsstricken" eingeladen. Nur wer das geforderte Musterstück - eine Wollhaube - meisterte, wurde ins Team übernommen.

Verena Röthlingshöfer: "Wir haben jetzt über 30, 30 bis 35 Omas die für uns stricken. Und wenn der Auftrag reinkommt übers Bestellsystem oder per Mail, rufen wir die Oma an. Jede Oma hat eine Farbe zugeordnet bekommen, die eine hat grau die andere schwarz und rot. Kommt ganz drauf an, wie viel eine Oma strickt. Und dann rufen wir die Oma an und fragen sie, ob sie den Auftrag stricken möchte.“

So modern wie die Produkte, sind auch die Omas. Nicht jede entspricht dem klassischen Großmutterklischee. Doch eines verbindet alle: die Liebe zur Handarbeit. Rund 15 Stunden stecken in einem XXL-Schal. Der Lohn der Mühe: 1/3 des Verkaufspreises und ein kleines bisschen "Prominenz". Ums bloße Geldverdienen, geht es den meisten ohnehin nicht.

Verena Röthlingshöfer: "Also es ist sicherlich keine Idee, womit man reich werden kann. Man hat immer die gleichen Kosten mit den Omas und der Wolle. Es gibt jetzt keine Punkte, wo man da groß einsparen kann. Von daher so eine Idee oder so eine soziale Geschichte. Man muss auch ein bisschen aus dem Idealismus heraus kommen."

Ein Jahr lang hat Verena gemeinsam mit zwei Mitgründern an der Umsetzung ihrer Idee gewerkt. Homepage, Wolle, Strickmuster - für die 31jährige "Gelegenheitsstrickerin" absolutes Neuland.

Inzwischen stehen 30 verschiedene Produkte zur Auswahl. Art der Wolle, Größe und Farbe bestimmt der Kunde selbst. Der Rest ist reine Handarbeit. Wer da mit den Nadeln klappert, verrät ein Foto samt persönlichem Steckbrief.
Ob die Idee der "strickenden Omas" tatsächlich ankommt, hängt buchstäblich am Wollfaden. Denn bald ist der Winter vorbei und das sorgt schon jetzt für schlaflose Nächte.

Verena Röthlingshöfer: "Manchmal denkt man sich, um Gottes Willen, was hab ich da nur angefangen und wie soll das weitergehen? Und dann gibt’s auch wieder Phasen wo man sich denkt, das kommt gut an und das wird und man muss sich Mut zusprechen und man braucht die Unterstützung von allen in seinem Umfeld. Und ich bin auch davon überzeugt das wird schon, aber es ist nicht immer leicht."

Verenas größter Wunsch ist, das Projekt halten zu können. Schon der Omas zuliebe, die sich mittlerweile als Gemeinschaft verstehen. Ein Schnäppchen sind die Sachen, die zwischen 30 und 130 Euro kosten, allerdings nicht. Dafür einzigartig.

Verena Röthlingshöfer: "Es ist Handwerk. Es ist einfach was Handgestricktes. Es ist nicht in Billiglohnländern von irgendwelchen Kindern produziert, sondern da sitzen echte Omis daheim aufm Sofa und stricken einem die Mütze. Es ist somit ein Unikat. Es gibt kein Stück, das dem anderen gleich ist."

Abseits der gestrickten Unikate bestimmen Massenware und Branchenriesen den Markt. Noch. Der Handel im Internet holt rasant auf. Denn Smartphones verändern zunehmend unser Einkaufsverhalten. Ladenöffnungszeiten und Einheitsware, könnten bald passe sein. "Smartphone-Shopping" heißt die Zukunft. Der Kunde von Morgen informiert sich im Vorbeigehen, wo es gerade die besten Preise oder neue Ware gibt.
Zukunftsforscher Eike Wenzel prophezeit für die nächsten 10 Jahre einen wahren Online-Boom.

Eike Wenzel, Zukunftsforscher: "Wir erleben im Moment eine Revolution des Konsums. Wir werden auch in den nächsten Jahren stärker mobil einkaufen, stärker im Internet einkaufen, weil das einfacher wird. Wir werden aber auch weiterhin stationär einkaufen, das wird sich so die Waage halten, 50 zu 50. Wir werden dann aber sehen, dass wir mit den mobilen Geräten immer stärker auch in der Realität einkaufen können. Also wir werden Preis und Produkte an Schaufenstern abscannen und wir werden auch mit diesen neuen Handys vor Ort anders bezahlen als früher - wir werden einfach diese Handys nur hinhalten müssen und bezahlen und das wird also in den nächsten Jahren den Handel substantiell verändern."

Dem klassischen Handel bleibt angesichts der virtuellen Konkurrenz nur eine "Überlebens"-Chance: die neuen Einkaufsgewohnheiten aus der Onlinewelt zu übernehmen. So werden amerikanische Supermarktkunden mittels "In Store Navigation" direkt zu den Produkten geführt. Digitale und reale Konsumwelt werden im Fahrwasser des Web 2.0 zunehmend verschmelzen. Das schafft Platz für neue Geschäftsideen.

Eike Wenzel, Zukunftsforscher: "Sie müssen, wenn sie ein erfolgreiches Startup in den nächsten Jahren sein wollen, die großen Trends erkennen. Sie müssen unter anderem erkennen, dass wir im Moment so einen Übergang machen von e-Commerce zu mobilem Commerce. D. h., dass Internetnutzung und Konsum im Internet ganz stark funktionieren wird, über mobile Zugriffe. Sie müssen zur rechten Zeit am Ort sein und genau wissen, was Konsumenten in dieser neuen Situation mögen und was sie brauchen. Da muss man dann sehr genau hinschauen, was Leuten so von ihren Konsumbedürfnissen wichtig ist.“

Oder man entdeckt sie durch Zufall, so wie bei Geschäftsidee Nr. 3 - "der Wiederverwerter"
Christian Wegner verdient heute sein Geld mit gebrauchten Büchern, CDs, DVDs und Videospielen. Geplant war das so nicht. Die Idee zu seinem Online-Ankaufsservice entstand vielmehr aus der Not heraus.

Christian Wegener, Unternehmer, Online-Ankaufsdienst: "Es war im Jahr 2003. Ich hatte gerade meine damalige Arbeit verloren, war arbeitslos, hatte wenig Geld. Ich hab mir damals ein paar gebrauchte Bücher gekauft und die per EBay weiterverkauft und gesehen, dass man damit leicht Geld verdienen kann. Und hab dann angefangen, mir Sammlungen zu kaufen und die einzeln weiter zu verkaufen. Und so ist das ganze gewachsen."

Aus einzelnen Sammlungen wurde viele. Und die wuchsen ihm irgendwann über den Kopf.

Christian Wegner: "Die CDs und DVDs, die haben damals bei mir Zuhause an den Wänden in Stapeln gelagert, auf den Schränken und unterm Bett und überall in der Wohnung verteilt. Sodass irgendwann meine Freundin zu mir gesagt hat. Jetzt reichts, such dir was, such dir ein Lager, geh raus, wir brauchen Platz zum Wohnen."

Und so sieht es heute bei ihm aus. In der 8.000 Quadratmeter großen Halle nahe Berlin lagern derzeit 1,5 Millionen gebrauchte Artikel. Täglich kommen 70.000 neue hinzu. Im vergangenen Jahr machte sein Unternehmen 40 Millionen Euro Umsatz. Geldsorgen plagen den ehemaligen Arbeitslosen keine mehr.

Christian Wegner: "Nach der klassischen Berechnungsformel für einen Millionär kann schon sein, dass ich darunter zähle. Aber das Geld liegt halt nicht bei mir aufm Konto, sondern steckt hier in der Firma."

Mittlerweile ist der 33 jährige Chef über 400 Mitarbeiter. Die arbeiten im 2-Schichtsystem, um der Flut an gebrauchten Waren Herr zu werden. Doch das war nicht immer so.

Christian Wegner: "War sicherlich auch am Anfang schwierig. Ich musste halt versuchen, mich in irgendwelche Logistikprozesse einzudenken und eine Software, die ich selber schreiben musste. Aber mittlerweile ist es natürlich schön und ein Luxus, dass man darauf zurückgreifen kann, an bestimmten Positionen Leute einzustellen, die das auch tatsächlich gelernt haben und davon auch was verstehen."

Herzstück des Systems ist die von Christian entwickelte Ankaufssoftware. Ohne einzelne Auktionen abwarten zu müssen, erfährt der Kunde sofort, was er für seine gebrauchten Bücher, CDs, DVDs und Computerspiele noch bekommt. Und so funktioniert‘s: Einfach auf der Internetseite die so genannte ISBN Nummer eintippen oder scannen, und schon berechnet ein Algorithmus den Ankaufspreis. Dieser variiert von 1 Cent bis zu 100 Euro, je nachdem wie oft sich der Artikel bereits auf Lager befindet und wie hoch die Nachfrage ist. Mindestverkaufswert müssen 10 Euro sein. Sind genügend Artikel beisammen, Versandschein ausdrucken und abschicken. Die Portokosten übernimmt das Unternehmen.

Dann machen sich die Artikel auf den Weg in Richtung Lager. Hier angekommen werden sie von einem Mitarbeiter erfasst und auf ihre Vollständigkeit geprüft. Rund 25 Artikel verkauft jeder Kunde im Schnitt. Bei mehr als 1000 Kunden pro Tag macht das drei volle LKW Ladungen.

Im nächsten Schritt werden alle Waren auf Gebrauchsspuren gecheckt. Flecken, Eselsohren oder fehlende Seiten, all das sind Gründe, dass ein Artikel nicht mehr weiterverkauft wird. Dafür gibt es dann kein Geld. Wem der Preis ohnehin egal ist, kann hier ungeliebten Lesestoff oder CDs in doppelter Ausführung, einfach und schnell loswerden.

Christian Wegner: „Annehmen tun wir alles. Wir nehmen jeden Artikel an, es kann nur sein, dass wir für einzelne Artikel nur einen Cent anbieten. Das sind Artikel wo wir keine Chance haben, die am Markt zu verkaufen oder wo wir bereits so viele von am Lager haben, dass es nicht lohnen würde noch weitere zu kaufen. Die recyceln wir. Also Bücher werden recycelt, CDs können recycelt werden. Und von dem Geld, das wir dafür bekommen, unterstützen wir ein Waldbauprojekt und pflanzen dafür Bäume.“

Alle anderen wandern ins Lager. Damit sich das Wiederfinden nachher nicht wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen gestaltet, erhalten alle Medien einen einzigartigen Barcode. So lässt sich der genaue Standort eines jeden Produktes später wieder ausfindig machen. Doch wonach wird jetzt eigentlich sortiert?

Gordon Eckert , Logistiker: „Also wir benutzen ein chaotisches Lagerhaltungssystem, wo wirklich jeder Artikel eingelagert werden kann, unabhängig von Buchstaben, von Krimi, von Roman. Die können alle hintereinander, chaotisch eingelagert werden. Hat den Vorteil, dass wir das Lagersystem tatsächlich so ausnutzen können - bis zu 95 %“.

Geld verdient das Unternehmen durch den Weiterverkauf über internationale Onlineplattformen, Ladengeschäfte oder den eigenen Internetshop. Mehr als 50.000 Artikel verlassen so täglich wieder das Unternehmen. Je seltener ein Produkt, desto höher meist die Gewinnmarge. So viel Erfolg - macht das nicht auch Angst?

Christian Wegner: "Also Angst hatte ich eigentlich nicht, generell nicht. Vielleicht weil‘s mir relativ egal ist, ob‘s nun scheitert oder nicht. Mir ist auch ziemlich egal ob ich morgen pleite bin oder nicht, von daher geh ich mit einer relativen Gelassenheit an die ganze Sache ran. Also ich freu mich, dass es jetzt läuft, aber wenn ich nächstes Jahr pleite bin, dann bin ich nächstes Jahr pleite."

Doch danach schaut es im Moment nicht gerade aus. Platz für neue Ware und Ideen hat Christian jedenfalls noch genügend.

Zurück in Wien. Nach mehr als 3 Jahren sind die Essens-Makler selbst noch ihre besten Kunden. Mehrmals in der Woche lassen sich Angelo und Turgut ihre Idee schmecken. Und, was würden sie anderen potentiellen Jungunternehmern empfehlen?

Turgut Mermertas: "Die müssen das einfach probieren. Wenn mich jemand gefragt hätte vor 10 Jahren hätte ich vielleicht gesagt, naja was soll an Facebook sein, wer soll das brauchen, oder für was soll das gut sein. Aber es hat funktioniert. Also man muss man einfach probieren."