Skandal-trächtig: Staatsoperette

Birgt der Kunstskandal der 70er auch heute noch Zündstoff?
Kunst- und Kulturskandale haben in Österreich eine gewisse Tradition. Egal ob am Theater, in der Literatur, der bildenden Kunst oder im Fernsehen.

(c) Filmarchiv Austria/ HOANZL

Unter dem Titel "Staatsoperetten. Kunstverstörungen. Das kulturelle Klima der 1970er Jahre" beleuchtet eine Ausstellung im Literaturhaus Wien ab 11. Februar, jenes Jahrzehnt, das besonders reich an kulturellen Aufregungen war. Ob Wolfgang Bauers Stück "Gespenster", Helmut Zenkers "Kottan Ermittelt", Valie Exports Film "Unsichtbare Gegner" oder das "blumenstück" von Gerhard Rühm, immer schlugen die Wellen des Volkszorns hoch, den sich konservative Politker gern zunutze machten.

Für einen handfesten Fernsehskandal sorgte 1977 auch die Ausstrahlung der "Staatsoperette". Die musikalische Satire von Franz Novotny und Otto M. Zykan versetzte die Alpenrepublik damals in helle Aufregung. Dollfuss als singende Aufziehfigur, Ignaz Seipel als schleimiger Kriecher vor dem Duce – das sind nur zwei der Zutaten, mit denen Novotny und Zykan ihr karnevalesk ausgeschmücktes Musiktheater würzten.

Der kultur.montag forscht ob derartige Aufreger heute noch aufregen.

TV-Beitrag: Christian Konrad