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Basierend auf dem Briefwechsel zwischen dem Protestanten Johannes Kepler und dem Katholiken Galileo Galilei zeigt eine Dokumentation die weltberühmten Gelehrten in all ihrer Menschlichkeit und hinterfragt deren Forschungs- und Handlungsmotive.

Wolfgang Peschl (Kameramann und Regisseur) (c) ORF/laufbild/Algis Dinstl

Kepler und Galilei waren jeder für sich ein Himmelsstürmer, während auf der Erde der Dreißigjährige Krieg tobte. Der erhaltene Briefwechsel zwischen dem Protestanten Kepler und dem Katholiken Galilei begann in den 1590er Jahren und wurde 1610 abgebrochen.

Jörg Stelling (als Johannes Kepler) (c) ORF/laufbild/Algis Dinstl

Jörg Stelling als Johannes Kepler

Waren ihre Handlungen ausschließlich von reiner Vernunft bestimmt oder waren auch Eigensinn, Eitelkeit, Angst, Zaudern und Gier nach Ruhm und Ansehen mit im Spiel? Wie steht es jeweils mit Eifersucht auf den Erfolg des anderen? Denn trotz aller Gemeinsamkeiten waren die beiden in ihrer Persönlichkeit höchst unterschiedlich.

Wolfram Berger (Galileo Galilei) (c) ORF/laufbild/Algis Dinstl

Wolfram Berger in der Rolle des Galileo Galilei

Verdeutlicht wird das schon zu Beginn des Brief-Kontakts, als Keplers "Mysterium Cosmographicum" erschien: Kepler schickte ein Exemplar an den Kollegen aus Italien – der bis dahin nur als Physiker bekannt war – und war hocherfreut über dessen höfliche Antwort, in der sich Galilei zur heliozentrischen (und damals höchst gefährlichen!) Lehre des Kopernikus bekannte. Kepler bestürmte den neuen Freund voller Vorfreude auf einen zukünftigen regen Gedankenaustausch in der gemeinsamen Sache. Doch zu Keplers großer Enttäuschung war Galileis Mut zum wissenschaftlichen Outing nicht sehr groß.

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Wolfgang Peschl (Kameramann und Regisseur), Christian Riehs (Regisseur)

Auch im weiteren Verlauf der Beziehung verhielt sich Galilei nicht immer kollegial. Kepler erfuhr sogar, dass Galilei einige Entdeckungen Keplers als seine eigenen ausgebe. Trotzdem sah er in Galilei einen Gleichgesinnten, mit dem er sich hätte austauschen wollen, Galilei in Kepler aber einen Rivalen, der seinen eigenen Ruhm schmälern hätte können. Ein persönliches Treffen der beiden Wissenschaftler fand nie statt.

Regie: Christian Riehs und Wolfgang Peschl

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