Technik-Revolution: Der Eisenkonstrukteur der Monarchie

Ignaz Gridl, vom Schlosser zum Großunternehmer
Er war so etwas wie der Österreichische Gustav Eiffel, hat in der Donaumonarchie seine Spuren hinterlassen und doch kennt ihn kaum jemand.

Ende des 19. Jahrhunderts revolutionierten neue Eisenbearbeitungsmethoden die Ingenieurskunst und damit die Architektur: kühne Eisen- und Stahlkonstruktionen waren "State of the Art".

Der Schlosser Ignaz Gridl erkannte das Potential der neuen Technik, als erste Wiener Firma führte er ab 1862 Eisenkonstruktionen nach Plänen aus, auf Wunsch auch nach eigenen Berechnungen. Die Innovation war so erfolgreich, dass Gridl trotz scharfer ausländischer Konkurrenz in weniger als 20 Jahren zum wichtigsten Eisen- und Stahlbauunternehmer der Monarchie wurde.

(c) APA/Georg Hochmuth

Sein Vorzeige-Projekt war das 1882 fertiggestellte Palmenhaus in Schönbrunn, Gridl baute aber auch Brücken und Theater. Burgtheater, Staatsoper, Volkstheater, Musikverein, Rathaus, Kunst- und Naturhistorisches Museum, die Kuppel über dem Michaelertor, kaum ein Gebäude an der Wiener Ringstraße, an dem Ignaz Gridl nicht beteiligt war.

(c) Denkmal Steiermark

Für den Erhalt seines Grazer Gewächshauses wird gerade gekämpft. Der kultur.montag hat mit Ignaz Gridls Ur-Urenkel Alfred Fogarassy gesprochen, der das reiche kulturhistorische Erbe seines Vorfahren erforscht hat und in einem neuen Bildband dokumentiert und begab sich auf Spurensuche in Wiens Prunkbauten.


TV-Beitrag: Katharina Huemer

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