Arbeits-Zeit: "Generazione 1.000 Euro"

Internetroman ├╝ber die Chancenlosigkeit der Jugend

"Generazione 1.000 Euro" ist der Titel eines Romans, den die beiden Autoren Antonio Incorvaia und Alessandro Rimassa vergangenen Winter ins Internet gestellt haben. Aus dem schicken "Reality-Roman" lässt sich mehr über die soziale Wirklichkeit ablesen als aus so mancher Statistik.

"Hotel Mamma"
Doch auch die Statistik sei zu Rate gezogen: 60 Prozent der Italiener unter 35 wohnen noch bei ihren Eltern. Nicht weil die Kost im "Hotel Mamma" so bekömmlich ist, sondern weil es hohe Arbeitslosigkeit, Dumpinglöhne und sozialer Druck nötig machen.

Normaler Gehalt: 1.000 Euro
1.000 Euro: Das ist in Italien ein normaler Gehalt für ungelernte Kräfte oder etwa für städtische Angestellte der Müllabfuhr – selbst wenn der brave katholische Familienvater mit dieser Summe kaum sein Auslangen findet.

Auch Claudio, der 27-jährige Held des Romans, muss mit 1.000 Euro seinen Alltag bestreiten – trotz hoch qualifiziertem Job als Experte für Handy-Reklame, immensem Arbeitsdruck und bis zu zwölf Stunden Dienstzeit. Claudio ist als Person nicht real, seine Probleme sind es umso mehr.

TREFFPUNKT KULTUR über das Phänomen der "Generazione 1.000 Euro" und das Werk der zwei jungen Journalisten Incorvaia und Rimassa, das ausschließlich übers Netz vertrieben und gratis heruntergeladen werden kann.