Der Beste im Jänner 2013: Mark Twain

Mark Twain ist in unseren Breiten vor allem als Autor von Jugendbüchern bekannt, aber sein Werk ist viel umfangreicher. Erst jetzt erscheinen Werke aus den letzten Lebensjahren. Der Autor setzte eine Sperrfrist von 100 Jahren.

Mark Twain (undatiertes Archivfoto) Foto: dpa

Als Samuel Langhorne Clemens im Jahr 1835 geboren, hatte er nach äußerst wechselvoller Kindheit und Jugend den Namen Mark Twain angenommen, sein Leben als Lotse auf den Mississippi ließ ihm den alten Seemannsruf, wörtlich zwei Faden Wassertiefe- zum Markenzeichen werden.

Als Humorist und Spötter war er schon zu Lebzeiten bekannt und zuweilen auch gefürchtet, aber die schärfsten Notizen, diktiert in den letzten Jahren seines Lebens als eine Art Vermächtnis, belegte er mit 100 Jahren Sperrfrist. Vor zwei Jahren wurden sie in den USA zum Bestseller, jetzt erscheinen sie bald auf Deutsch, mit dem vollen, zynischen Glanz von einst.

Vieles erscheint sehr lebendig, etwa wenn Mark Twain Auswüchse der amerikanischen Finanzbranche aufs Korn nimmt oder einen Glückwunsch des Präsidenten, der damals ein Massaker amerikanischer Truppen an der indigenen Bevölkerung der Philippinen als Heldentat erscheinen ließ.

Zwei Bände mit zusammen mehr als 1.000 Seiten umfasst das literarische Vermächtnis von Mark Twain, ergänzt um dokumentarisches Material. Die Stimme aus dem Grab spricht dann mehr als 100 Jahre später mit runderneuerter Frische zur lange hinter sich gelassenen und immer noch schwer verbesserbaren Welt.

Text: Peter Fritz, Ö1

(c) Aufbau Verlag

Mark Twain: Meine geheime Autobiographie
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