Welt-Macht: 20 Jahre Amazon

Wie böse ist der Handelsriese wirklich?
Luftpost der anderen Art: das Christkind stellt per Drohne zu.

Bevor das Weihnachtsgeschäft im Vorjahr anlief, lancierte der Online-Handelsgigant Amazon seinen jüngsten Marketing Gag. Die Fernsehbilder von der unbemannten Hauszustellung gingen um die Welt. Fazit: Amazon darf sich über einen neuen Rekord freuen, geschätzter Umsatz im Vorjahr: 75 Milliarden US Dollar.

Daran haben auch Negativ-Schlagzeilen nichts geändert. Georg Büchner-Preisträgerin Sibylle Lewitscharoff machte in dem Essay "Warum ich Amazon hasse" ihrer Wut Luft. Experten fürchten, dass Amazon mit seiner aggressiven Preispolitik in den nächsten fünf Jahren drei Viertel aller europäischen Buchhandlungen ausradieren wird.

(c) Campus Verlag

In Deutschland wurden wegen angeblich prekärer Arbeitsverhältnisse wieder einmal Logistikcenter bestreikt. Wie böse ist Amazon wirklich, fragt regelmäßig das deutsche Feuilleton. Ein Fragezeichen ist oft der einzige Inhalt, den Amazon-Boss Jeff Bezos per Mail verschickt – und das bedeutet Alarmstufe Rot für seine Mitarbeiter. Dann will der Perfektionist penibelste Auskunft, wie es zu einer Reklamation kommen konnte bzw. warum ein Kundenwunsch nicht perfekt erfüllt wurde. Bezos gilt als eiskalt kalkulierend, vom Wunsch getrieben, weiter zu wachsen. Mittlerweile greift Amazon mit seiner eigenen Film- und Fernsehproduktion Hollywood an. Die Internetadresse "relentless.com" – zu Deutsch: gnadenlos – führt direkt zum Handelsriesen.

Der kultur.montag über die gnadenlose Weltmacht.


TV-Beitrag: Constanze Griessler, Franziska Mayr-Keber

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