Zwischen Paintball & Puff

Eine Kulturinitiative fordert ihre Rechte
Diese Woche hat die österreichische Bundesregierung die weiteren Unterstützungsmaßnahmen im Parlament fixiert.

Einfach, schnell und unbürokratisch sollen die neuen Corona-Hilfen fließen. Kulturbetriebe und Vereine, heißt es können einen 80% Umsatzersatz beantragen. Darüber hinaus wird der Überbrückungsfonds für Selbstständige von 90 auf 110 Mio. Euro aufgestockt, der Covid-19-Fonds der Künstlersozialversicherung auf 20 Mio. Euro verdoppelt. Die Bundesmuseen und -theater erhalten eine weitere Sonderförderung von insgesamt 18,5 Millionen Euro zur Krisen-Bewältigung. All jene Vertreter der Kulturbranche, bei denen die bisherigen Unterstützungen nicht anwendbar waren, erhalten einen mit 10 Millionen Euro dotierten Sonderfördertopf, der in den kommenden Wochen ausgearbeitet werden und noch heuer zur Verfügung stehen soll.

Weiters soll es eine Sonderzahlung von 1300 Euro — einen sogenannten "Lockdownbonus" — für Künstler aus dem Überbrückungsfonds geben. Dieser soll laut Andrea Mayer auch jenen offen stehen, die normalerweise Unterstützung vom Härtefall-Fonds beziehen. Die genannten Fonds werden bis mindestens März 2021 verlängert. Der insgesamt rund 200 Millionen schwere Rettungsschirm soll Kunst und Kultur das Überleben sichern. Sind damit alle aus dem Gröbsten heraus?

(c) ORF

Nein, sagt der österreichische Pianist, Dirigent und Intendant vom "KulturSommerSemmering" Florian Krumpöck. Denn die zig-tausenden freischaffenden Künstler hierzulande landen auch mit dem Geld aus dem Hilfsfonds unter der Armutsgrenze. Außerdem kritisiert er, dass die Regierung bei dem neuerlichen Hilfspaket nicht differenziert hätte. Während Kulturbetriebe einen 80% Umsatz-Ersatz bekämen, würden die engagierten freien Künstler von diesem Geld nichts sehen, sind doch keinerlei Ausfallshaftungen für gebuchte Auftritte im neuen Maßnahmenpaket für die freischaffenden Künstler fixiert worden. Veranstalter sind darin nicht verpflichtet Musikern, Schauspielern & Co ein Abstands- oder Ausfallshonorar zu bezahlen.

(c) APA/Barbara Gindl

Krumpöck will eine Sammelklage beim Verfassungsgerichtshof einbringen, denn die Gleichbehandlung mit anderen Branchen findet im Lockdown nicht statt. Mit einem prominent besetzten Unterstützungs-Komitee startet er eine Crowdfunding-Kampagne und will mit dem Juristen Wolfram Proksch vor Gericht ziehen.


Florian Krumpöck ist live zu Gast im Studio.

TV-Beitrag: Marie-Thérèse Mürling & Julia Fellerer

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