Pop, Provokation & Politik

Politisiert sich das Pop-Business?
Ob Bushido, Rammstein oder gar der Volks Rock'n'Roller Andreas Gabalier - sie alle sorgen für Zündstoff, ihre ganz eigene Art von Provokation und sind meist politisch motiviert.

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So hat sich der Berliner Gangsta Rapper immer wieder mit frauen-, schwulen oder politikerfeindlichen Texten jede Menge Ärger eingehandelt.

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Mit ihrem Song "Deutschland" melden sich die deutschen Tabubrecher Rammstein gerade zurück und liefern mit dem aktuellen Video, das in einem KZ spielt einen handfesten Skandal.

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Und dann gibt es Musiker, deren volkstümelndes Gedankengut angeblich falsch verstanden wird. So geschehen erst jüngst im Vorfeld der alljährlichen Amadeus-Preisverleihung rund um die Nominierung von Andreas Gabalier, die eine Empörungswelle ausgelöst hat.

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Musiker, wie Soap & Skin haben dem Veranstalter der Musikpreis-Gala, die am 25. April im Wiener Volkstheater stattfinden wird eine klare Absage erteilt. Als Grund nennt Frontfrau Anja Plaschg, sie wolle nicht in derselben Kategorie nominiert sein wie ein "reaktionärer, nationalistischer, chauvinistischer und sexistischer Möchtegern-Magnat".

Erst im Vorjahr löste bei der Echo-Gala die polarisierende Auszeichnung für Kollegah und Farid Bang eine internationale Diskussion aus. Mit ihrem Song "0815", insbesondere der Textzeile "Mein Körper definiert sich von Auschwitzinsassen" überschritten die Rapper die Freiheit der Kunst. Renommierte Kollegen wie Marius Müller-Westernhagen oder Die Toten Hosen legten ihre Auszeichnungen zurück, um auch in der Branche ein klares Zeichen gegen Antisemitismus, Frauenverachtung, Homophobie und Gewaltverharmlosung zu setzen.

Chemnitz 2018 (c) APA/dpa-Zentralbild/Hendrik Schmidt

Seit 1979 wird in unregelmäßigen Abständen "Rock gegen Rechts" durchgeführt, um gegen Rechtextremismus anzukämpfen. Im vergangenen Jahr war das Konzert "Wir sind mehr" in Chemnitz als politische Demonstration zu verstehen.

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"Musik ist Spiegel der Gesellschaft, in all ihren Facetten, den aufregenden wie den finsteren" sagt der deutsche Musikjournalist Michael Behrendt in seinem neuen Buch "Provokation". Wandelt sich die Musikszene zur Moralinstanz, wie jüngst die weltweite Diskussion rund um die Michael Jackson Doku "Leaving Neverland" zeigt? Nach Vorwürfen von Kindesmissbrauch boykottieren viele Länder die Musik des amerikanischen Superstars. Lässt sich Kunst und Leben trennen?

Ob sich das Pop-Business zusehends politisiert, analysieren die Journalisten Michael Behrendt und Martin Blumenau, die Sängerin Mira Lu Kovacs und Ihre Band Schmieds Puls und das Hip-Hop-Duo Kreiml & Samurai.

TV-Beitrag: Nadine Rosnitschek & Stefan Schlager

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