dok.archiv: Oktober - Dezember 2009

Aftermath (c) ORF/Golden Girls Filmproduktion/Simron Jit Singh

Sonntag, 27.12.09 / 23.35 Uhr / ORF2

Aftermath - Die zweite Flut

Die Doku erzählt die Geschichte von jungen Menschen eines uralten Stammes , die von einem Tag auf den anderen in einer neuen Welt leben müssen und dort ihre eigene Zukunft suchen.

Die Nikobaren sind eine entlegene Inselgruppe im indischen Ozean und die Nikobaresen haben dort über die letzten 900 Jahre hinweg fast ohne Kontakt zur Außenwelt gelebt.

Der Tsunami hat sie im Dezember 2004 schwer getroffen und kurz danach tauchten an die 60 Hilfsorganisationen bei ihnen auf. Aber sie brachten nicht nur Hilfe, sie führten auch neue "rituelle Objekte" auf den Inseln ein, wie zum Beispiel Geld, Fernseher, Mobiltelefone und Motorräder.

Von da an änderte sich die Kultur auf den Nikobaren grundlegend.

Gestaltung: Raphael Barth
Dokumentarfilm, AUT/DEU/IRL 2009

Wolfram Berger (Galileo Galilei) (c) ORF/laufbild/Algis Dinstl

Sonntag, 13.12.09 / 23.00 Uhr / ORF2

Wenn die Sonne still steht – Kepler, Galilei und der Himmel

Vor 400 Jahren öffnete Galileo Galilei mit einem Teleskop das Fenster zum Himmel. Johannes Kepler veröffentlichte 1609 seine "Astronomia Nova" und beschrieb damit unser Sonnensystem neu. In Erinnerung an diese Meilensteine der Wissenschaft erklärte die UNO 2009 zum "Jahr der Astronomie".

Kepler und Galilei: Jeder für sich ein Himmelsstürmer, während auf der Erde der 30jährige Krieg tobte. Der erhaltene Briefwechsel zwischen dem Protestanten Kepler und dem Katholiken Galilei begann in den 1590er Jahren und wurde 1610 von Seite Galileis abgebrochen.

Basierend auf dieser Korrespondenz zeigt die Dokumentation die weltberühmten Gelehrten in all ihrer Menschlichkeit: Zwei Gelehrte, zwei Freunde, zwei Rivalen: Eine Parallelgeschichte aus einer Zeit, die noch keine Trennung kannte zwischen Wissenschaft, Religion und Kunst.

Buch & Regie: Wolfgang Peschl & Christian Riehs

Von der Macht des Verdächtigens (c) ORF/Walter Wehmeyer/Tudor Mircea

Sonntag, 06.12. / 23.00 Uhr / ORF2

Von der Macht des Verdächtigens
Eginald Schlattner und das Securitate-Trauma


Eginald Schlattner, Schriftsteller und Gefängnispfarrer, erfuhr in exemplarischer Weise die Schrecken der rumänischen Diktatur. Ende der 50er Jahre wird Schlattner als regime-kritischer Student von der Securitate festgenommen. Nach Monaten schwerer Verhöre gibt er - damals vom Kommunismus überzeugt - Informationen über andere kritische Autoren preis. In seinem kontrovers diskutierten Roman "Rote Handschuhe" rekapituliert Schlattner minutiös den Psychoterror des Geheimdienstes.

Der Dokumentarfilm lässt den in Siebenbürgen lebende Autor und mehrere Schicksalsgenossen ausführlich zu Wort kommen. Die Recherchen führen auch zu ehemaligen Securitate-Offizieren, in ein früheres Straflager und in das heutige Archiv der ehemaligen Securitate-Akten.

Regie: Walter Wehmeyer

Frederic Morton (c) ORF/ Fischer Film

Sonntag, 29.11. / 23.00 Uhr / ORF2

Durch die Welt nach Hause. Die Lebensreise des Frederic Morton

Sein Großvater, Bernhard Mandelbaum, schmiedete noch in der Wiener Thelemangasse Medaillen für Kaiser Franz Joseph. Mit dem Einmarsch der Nazis in Österreich mußte die Familie Mandelbaum fliehen.

In den USA angekommen, änderte der Vater den Familiennamen in Morton. So kam 1951 der junge Frederic Morton alias Fritz Mandelbaum 1951 als amerikanischer Korrespondent zeitweise auch wieder nach Wien zurück. Mit seinen Büchern wurde Morton zu einem Bestseller- Autor.

Andrea Eckert schafft mit diesem Film ein sehr sensibles Porträt, in welchem die Gespräche das inhaltliche Rückgrat bilden. Sie sind unterschnitten mit Aufnahmen an den Schauplätzen von Mortons Kindheit in Wien und denen seines jetzigen Lebens in New York.

Hans-Joachim Roedelius (c) ORF

Sonntag, 29.11. / 24.00 Uhr / ORF2

Stationen des Hrn. Roedelius

Der in Österreich lebende Komponist Hans-Joachim Roedelius gilt seit den späten 60er Jahren als Inbegriff musikalischer Eigenwilligkeit, experimenteller Klangwelten und harmonischer Soundcollagen.

In 40 Jahren hat er mehr als 70 Einzelalben und CDs veröffentlicht und weltberühmte Popstars maßgeblich beeinflusst. Bis heute ist er ein gefragter Mann in der internationalen Musikszene.

Im Oktober 2009 feiert er mit Freunden seinen 75. Geburtstag. Der Filmemacher Peter Grundei hat den Jubilar in den letzten beiden Jahren unterwegs mit der Kamera begleitet und ein filmisches Porträt über sein Leben und Schaffen zusammen gestellt.

Darwins Nightmare (c) ORF/Coop 99

Sonntag, 22.11. / 23.00 Uhr / ORF2

Darwin's Nightmare

In eindrucksvollen Bildern zeigt Regisseur Hubert Sauper die erschütternden Folgen der Globalisierung.

Der in den sechziger Jahren im ostafrikanischen Viktoriasee ausgesetzte Nilbarsch hat das ökologische Gleichgewicht empfindlich gestört. Seine weißen Filets werden bevorzugt gegen Munition für die Bürgerkriegsparteien getauscht. Das Geschäft blüht, während die ansässige Bevölkerung in Armut lebt.

Ein alptraumhaftes Zeitdokument, mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, und 2006 auch für den Oscar nominiert.

Romy Schneider (c) ORF/Arte, Frederic Baker

Sonntag, 15.11. / 23.00 Uhr / ORF2

Romy Schneider - Eine Frau in drei Noten

Sie war Österreichs Sissi und Frankreichs Femme fatale. Romy Schneider wurde zum Mythos. Das Leben von Romy Schneider war kurz, aber ereignisreich: Sie ging beruflich und privat bis an ihre Grenzen.

Dieser Dokumentarfilm zeigt die Unterschiede und Parallelen zwischen Film und Realität, zwischen dem Mythos Romy und der Privatperson Rosemarie Albach. Wie die Noten eines Parfums, analysiert der Film Romys geheimnisvolle Aura nach Kopf, Herz und Basis.

Ein Traum in Erdbeerfolie (c) ORF / Polyband

Sonntag, 08.11. / 23.00 Uhr / ORF2

Ostberliner Haute Couture - Ein Traum in Erdbeerfolie

Aus alten Duschvorhängen oder aber Erdbeerfolie machten Modeschöpfer im Osten vor zwanzig Jahren Kleider. Regisseur Marco Wilms war einst staatlich zertifiziertes Model des Modeinstitutes der DDR. Sein Film zeigt das Paralleluniversum dieser Mode-(Über-Lebens-)Künstler.
Ihr schillernder Aktionismus, ihre orgiastisch-fantastischen Modeschauen waren alles andere als DDR-konform.

20 Jahre nach dem Mauerfall blickt diese Generation sehnsüchtig zurück und zeigt zugleich die aufblühenden Energie des neuen Berlins von heute.

Zeit zu Gehen (c) ORF / Navigator Film / Helmut Wimmer

Sonntag, 01.11. / 23.00 Uhr / ORF2

Zeit zu gehen

Ein Film über das große Tabu unserer Zeit: das Sterben. Anita Natmeßnig und ihr Team hatten die einmalige Möglichkeit, drei Monate lang, am Alltag im CS Hospiz Rennweg teilzunehmen. Eine 12-Betten-Station, wo das Sterben als natürlicher Teil des Lebens akzeptiert wird.

Der Film zeigt, wie sechs unheilbar krebskranke Menschen die letzte Zeit ihres Lebens verbringen. Schmerztherapie, intensive Pflege und Betreuung geben ihnen Zeit, in Würde Abschied zu nehmen und zu gehen.

Wilhelm Reich (c) ORF/coop99

Sonntag, 11.10. / 23.00 Uhr / ORF2

Wer hat Angst vor Wilhelm Reich?

1957 starb der umstrittene Psychoanalytiker und Sexualforscher Wilhelm Reich unter mysteriösen Umständen. Ein halbes Jahrhundert später wurde sein Privatarchiv geöffnet.

Die Dokumentation nimmt dieses Ereignis zum Anlass und beleuchtet das Leben Reichs neu. Im Fokus steht ein Wissenschaftler, der nach dem Grundprinzipien unserers Lebens suchte und für viele zu weit über das Ziel geschossen hat.

Regie: Antonin Svoboda

Shine a Light (c) kinowelt

Sonntag, 04.10. / 23.00 Uhr / ORF2

Ein dok.film-Special:
Shine a Light

Martin Scorsese schuf mit diesem Dokumentarfilm ein überwältigendes Denkmal für 'The Rolling Stones'. Mick Jagger & Co. gaben am 29. Oktober und 1. November 2006 zwei Benefizkonzerte im New Yorker Beacon Theatre - zu Ehren Bill Clintons, der wenige Monate zuvor seinen 60er feierte.

Scorsese ließ die Auftritte von einer Phalanx der besten Kameraleute Hollywoods einfangen und bereicherte das hervorragende Bildmaterial mit Interviewausschnitten.