Here to stay - Rassismus in Wien

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Dies ist eine Dokumentation die mit den gängigen Klischees über schwarze Menschen in Wien bricht: ohne erhobenen Zeigefinger, ohne hilflose Opfer, ohne Drogenmafia, ohne Showbiz-Superstars.

Neue Heimat Österreich

Der Film zeigt bemerkenswerte Menschen mit afrikanischen Wurzeln, die Österreich als ihre neue Heimat sehen. Sie sind "here to stay".

Simon Inou (c) ORF/pooldoks/Markus Wailand

Simon Inou, Journalist und Aktivist der Black Community


Anfeindungen, Alltagsrassismem und "Neger raus"-Beschmierungen beantworten sie mit eigenen Initiativen, selbstbewusst und zuweilen mit überraschenden Mitteln. Sie wollen kein Mitleid, keine Almosen, sondern Fairness und Respekt – und ein Ende des Wiener Hauswandrassismus.

Simon Inou (c) ORF/pooldoks/Markus Wailand

Hauswand-Rassismus in Wien

Die internationale Tourismusmetropole versinkt in rassistischen
Beschmierungen: "Neger raus", "Tötet Neger", "Asyl Drogen Neger", "Fuck Niggers". Und so weiter. Mit schwarzer Kreide, mit Filzstift, manchmal mit der Sprühdose. Vieltausendfach. "Schwere Unruhen und Blutvergießen" gäbe es in den USA, wenn dort solche Parolen geschrieben würden, meinte die Literaturnobelpreisträgerin Toni Morrison bei einem Wienbesuch. Egal in welcher Stadt.

Plakat-Aktion: I love Wien (c) ORF/pooldoks/Markus Wailand

Wien ist anders

Während die Schneeräumung hier per Gesetz minutiös geregelt ist, und auch die Frage der
Hundekotbeseitigung unter größter öffentlicher Anteilnahme erörtert wird, fühlt sich für die "Neger raus"- Parolen niemand zuständig. Anzeigen kann man sie nur wegen Sachbeschädigung, nicht wegen Verhetzung. Der Polizei fehlen angeblich die Ressourcen, um ernsthaft nach Tätern zu fahnden, und der Stadt Wien angeblich das Geld, um die Parolen zu entfernen.

Simon Inou spricht mit nigerianischem Botschafter (c) ORF/pooldoks/Markus Wailand

Die Suche nach den Beschmierern

Simon Inou, Journalist und Aktivist der Black Community, will das so nicht hinnehmen. Er macht sich selbst auf die Suche nach den Beschmierern, spricht mit Grafologen und Graffitiforschern, forscht in Archiven und denkt sogar an Überwachungskameras. Zusammen mit der Soziologin Beatrice Achaleke, unterstützt vom Hip Hop Musiker Topoke und anderen Mitgliedern der schwarzen Communities Wiens, entwirft er Strategien, die dem Alltagsrassismus in seiner Heimatstadt Paroli bieten können.

Im Bild (v.li.): Lakis Iordanopolos, Philipp Sonderegger, Nadja Lorenz (c) Orf/pooldoks/Markus Wailand

Aktivisten und Hetzer

Der Film macht sich auf die Suche nach den Hetzern und findet sich plötzlich im österreichischen Parlament wieder. Und in der Geschäftszentrale des Handelshauses Julius Meinl, auf dem der legendäre Meinl-Mohr prangt wie eine Trophäe. Am Stephansplatz verteilt ein jüdisches Künstlerkollektiv Plakate an Touristen, wo sie auf die Parallele zwischen den "Neger raus"-Parolen und der "Juden raus"-Hetze aus dem Jahr 1938 hinweisen, während der Obmann einer Parlamentspartei verlangt, militärische Transportflugzeuge zu Abschub-Maschinen umzurüsten.

Ein Film von Markus Wailand.
AUT / 2008

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