Das Leben der Soraya Esfandiary Bakhtiary

Die Tochter eines persischen Fürsten und einer weltoffenenen Berlinerin wurde 1932 in Isfahan, Persien geboren. Auf Drängen ihrer Mutter Eva Karl zog die Familie nach Deutschland, um Soraya eine westliche Erziehung zu ermöglichen. Doch finanzielle Umstände zwingen den Fürsten Esfandiari mit Ehefrau und Tochter nach Persien zurückzukehren. Zurück in Isfahan verbringt Soraya eine unbeschwerte Kindheit und hat keinerlei Mühen, die unterschiedlichen Sprachen und Kulturkreise ihrer Eltern anzunehmen und in sich zu vereinen. Nach dem Zweiten Weltkrieg zieht es Sorayas Mutter wieder nach Europa. Ihre Kinder sollen ihre westlichen Wurzeln nicht vergessen und eine moderne, liberale Erziehung genießen.

Soraya ist 18, als sie dem Schah zum ersten Mal begegnet. Reza Pahlevi ist hingerissen von der jungen Frau. Nur wenige Monate später, am 12. Februar 1951, findet in Teheran die Märchenhochzeit statt und "die schöne Prinzessin mit den smaragdgrünen Augen" wird zum Liebling der Boulevard-Presse.

Soraya und Reza Pahlevi auf der Queen Mary in Southampton am 16. Februar 1955

Doch die liberale, weltoffen erzogene junge Kaiserin tut sich schwer mit dem steifen Hof-Zeremoniell und versucht aus ihrem goldenen Käfig auszubrechen. Ihr Land befindet sich in einer schweren wirtschaftlichen und sozialen Krise und der Schah zeigt sich als schwacher Herrscher. Soraya wird zu einer wichtigen politischen Beraterin ihres Mannes, was ihr die Feindschaft von Samira, der intriganten Cousine des Schahs einbringt. Die junge Kaiserin wünscht sich verzweifelt ein Kind - vergeblich. Nach sieben Jahren Ehe wird auch diese (zweite) Ehe des Schahs wegen Kinderlosigkeit geschieden.

Versteigerung von Sorayas Wertgegenstände im Pariser Auktionshaus Drouot-Montaigne am 29. Mai 2002

Die 26-Jährige erhält eine Millionenabfindung und führt von nun an ein Leben im Jet-Set. Die Ex-Kaiserin entwickelt sich zu einer begehrten Party-Prinzessin, deren mondänes Leben von der Boulevardpresse bis ins kleinste Detail verfolgt wird. Seien es ihre unglücklichen Amouren, ihr erfolgloser Vorstoß ins Filmgeschäft (mit ihrem einzigen Film, "Drei Gesichter einer Frau"), die Publizierung ihrer Autobiografie "Palast der Einsamkeiten im Jahre 1991 oder die aufsehenerregende Versteigerung ihrer Kostbarkeiten.

Am 25. Oktober 2001 stirbt die 69-Jährige in ihrer Wohnung im achten Bezirk in Paris. Mehr als 300 Prominente und Adelige nehmen Abschied von der ehemaligen Monarchin. Begraben wird Soraya in der Familiengruft der Esfandiarys auf dem Münchner Westfriedhof.