Joško Tischler

Joško Tischler (8. Mai 1902 bei Stein im Jauntal/Kamen – 23. Jänner 1979 in Klagenfurt) war seit seinem Studium (Mathematik und Physik) aktiv im organisierten (kultur)politischen Leben der Kärntner Slowenen.
Nach dem ‚Anschluss‘ 1938 versucht er gemeinsam mit Franc Petek einen modus vivendi mit den neuen Machthabern zu finden. Doch bereits bald war die zunehmende Unterdrückung des slowenischen Kulturlebens unübersehbar. Auf seine Proteste reagierte das Regime mit einer Versetzung nach Bregenz im Februar 1939.

Nach seiner Rückkehr wurde er im Juli 1945 als Slowenenvertreter Mitglied der Provisorischen Kärntner Landesregierung. Noch im selben Monat bewirkte er durch sein entschlossenes Auftreten vor den britischen Behörden, dass ein Transport mit ehemals zwangsweise Ausgesiedelten nicht von Villach zurück nach Deutschland geschickt wurde.

Er bereitete jene Schulverordnung vor, die im als zweisprachig definierten Gebiet den bilingualen Unterricht für alle Kinder obligatorisch vorschrieb (1957/58 wurde diese Verordnung nach Protesten sogenannter Traditionsverbände aufgehoben).

Tischler war bis zum November 1945 Vorsitzender des Gebietsausschusses der slowenischen Befreiungsfront OF und bis 1948 Mitglied des erweiterten Ausschusses und von 1946-1948 Vorsitzender des slowenischen Kulturverbandes. 1949 wurde Tischler Obmann des Rates der Kärntner Slowenen.