Angela Piskernik

Angela Piskernik (27. August 1886 in Lobnig/Lobnik – 23. Dezember 1967 in Ljubljana) wurde als elftes von 13 Kindern auf einem Bergbauernhof in der Südkärntner Gemeinde Eisenkappel/Železna Kapla geboren. Nach der Grundschule besuchte sie in Klagenfurt die Lehrerausbildungsanstalt der Ursulinen und unterrichtete zunächst auch dort. Parallel bereitete sie sich auf die Maturaprüfung vor, die sie als Externistin in Graz ablegte.

An der Universität Wien begann Angela Piskernik das Studium der Botanik und promovierte 1914 als erste Kärntnerin und erste Slowenin. In Kärnten bekam sie keine entsprechende Stelle und unterrichtete zunächst zwei Jahre als Hauslehrerin bevor sie 1916 nach Ljubljana ging, wo sie als Kustodin eine Stelle am Kranjski deželni muzej (Krainer Landesmuseum) antrat.

Nach dem Zerfall der Monarchie engagierte sie sich als Präsidentin des Verbandes der slowenischen Frauenvereine in Kärnten für einen Anschluss Kärntens an Slowenien. Als Konsequenz musste sie auch nach dem Plebiszit in Slowenien bleiben. Bis 1926 arbeitete sie in diversen Museen als Wissenschaftlerin, dann bis 1943 als Mittelschullehrerin.

Aus politischen Gründen wurde sie 1933-1935 von Ljubljana nach Novo Mesto versetzt. Sie war wesentlich am Aufbau einer Frauenorganisation und später am antifaschistischen Widerstand beteiligt. Im November 1943 wurde sie deshalb verhaftet und im Jänner 1944 in das KZ Ravensbrück überstellt, von wo sie am 16. Juli 1945 zurückkehrte.

Nach ihrer Rückkehr wurde sie zur Direktorin des naturwissenschaftlichen Museums in Ljubljana berufen. Sie war auch als Honorarprofessorin an der Universität Ljubljana tätig. Bis zu ihrer Pensionierung befasste sie sich intensiv mit dem Umweltschutz und war auch wesentlicher Motor für die Gründung einiger Nationalparks. 1967 wurde sie Ehrenmitglied der internationalen Alpenkommission.