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Arbeit und Freizeit: Wie schafft man die Balance

Eine oberösterreichische Firma führt ab 1. Oktober die 30 Stunden Woche für ihre ArbeitnehmerInnen ein. Der Chef begründet es folgendermaßen: „Die Jungen sagen: ‚Wir sind nicht da, um zu arbeiten, sondern wir arbeiten, um zu leben.‘ Sie wollen einfach eine Ausgeglichenheit zwischen Beruf und Privatem.“ Wie wichtig ist diese work-life-balance?

„Arbeit darf nicht krank machen“ - das war die Erkenntnis von Analysen in den 90er Jahren. Sie führten dazu, dass 1994 das Schutzgesetz für ArbeitnehmerInnen beschlossen wurde. Jetzt - 24 Jahre später fühlt sich jeder dritte Arbeitnehmer in Österreich müde, erschöpft und ausgebrannt.

Man ist jederzeit erreichbar und kann kaum mehr abschalten. Internationale Studien zeigen, dass in Europa zwischen 50 und 60 Prozent der krankheitsbedingten Arbeitsausfälle auf Stress in der Arbeit zurückzuführen sind. Die Kosten dafür belaufen sich auf mehrere Milliarden Euro jährlich. In Zukunft sollen ArbeitnehmerInnen noch länger im Erwerbsleben bleiben - die Frage ist, wie das psychisch und körperlich zu schaffen sein wird. Und wo bleibt der Faktor Privatleben? Wissenschafter sind sich einig, dass in gewissen Berufen ein kürzerer Arbeitstag oder eine kürzere Arbeitswoche zu höherer Zufriedenheit führt - und zu weniger Krankschreibungen. Gesundbleiben bei der Arbeit ist ein Recht. Erschöpfung aufgrund beruflicher Überlastung darf kein Normalzustand werden.

Maria Embacher ist Expertin für „Frau und Arbeit“. Sie spricht über die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben.

Die „Guten Morgen Österreich“-Expertin

  • Maria Embacher, Coach „Frau und Abeit“

Die „Daheim in Österreich“-Expertin

  • Helga Lackinger, Arbeitspsychologin