Weinender Mann am Telefon

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50 Jahre Telefonseelsorge

Sie ist rund um die Uhr erreichbar, bietet Menschen Hilfe und ein offenes Ohr. Die Telefonseelsorge, ein Projekt von katholischer und evangelischer Kirche, feiert nun ihren 50. Geburtstag.

Seit 50 Jahren ist die Telefonseelsorge unter der Nummer 142 eine kostenlose Anlaufstelle für Menschen in schwierigen Situationen, die einen Gesprächspartner suchen. Seit dem Beginn des Projektes der katholischen und evangelischen Kirche wurden ganze 1.130.000 Gespräche geführt. Die Gründe für einen Anruf sind vielfältig, auch wegen Einsamkeit und Beziehungskrisen wenden sich die Menschen an diese Form der Lebens- und Krisenhilfe. Besonders Auffällig sei der Anstieg der Anrufer mit psychischen Problemen.

Überwiegend weibliche Mitarbeiterinnen

150 ehrenamtliche Mitarbeiter, davon 80 Prozent Frauen, arbeiten in Vier-Stunden-Diensten am Telefon. Bei den Hilfesuchenden handle es sich hauptsächlich um zwischen 40 und 60Jährige. Die Mehrzahl der Anrufer sind Frauen, wobei der Männeranteil immer weiter steige und derzeit bei 34 Prozent liege. Eine auffallende Entwicklung bei den Krisensituationen sei, dass psychische Probleme immer mehr zunehmen. Jeder dritte Anrufer habe damit zu kämpfen. Bemerkbar mache sich laut Co-Leiterin Marlies Matejka auch „das Tempo unserer Zeit“, wo viele nicht mehr mitkämen. Die Telefonseelsorge biete keine Therapie, sondern ein offenes Ohr, um sich Sorgen von der Seele zu reden. Durch die durchgehende Erreichbarkeit spielt die Telefonseelsorge auch eine wichtige Rolle in der Suizidprävention. Vorbereitet werden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf diese Gespräche mit einer einjährigen Ausbildung. Mittlerweile kann man sich auch via E-Mail und Chats an die Telefonseelsorge wenden. Als nächstes sei geplant, Hilfestellung in mehreren Sprachen anzubieten, um so noch mehr Leute unterstützen zu können.

Der „Guten Morgen Österreich“-Experte

  • Sepp Gröfler, Leiter Telefonseelsorge Vorarlberg

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