Balance halten auf einer Leiter

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So vermeiden Sie Haushaltsunfälle

Die meisten Unfälle passieren nicht im Straßenverkehr, sondern in den eigenen vier Wänden. Unachtsamkeit und Ablenkung sind dabei die häufigsten Unfallursachen.

Vier von zehn Unfällen in Österreich ereignen sich zu Hause. Alle zwei Minuten verletzt sich eine Person in den eigenen vier Wänden so schwer, dass sie ins Spital eingeliefert werden muss. Das Wohn- und Schlafzimmer ist der Unfallort Nummer eins mit 32 Prozent. Gefolgt vom Garten und der Küche. Im Treppenhaus stürzen zehn Prozent, am Parkplatz verunfallen neun Prozent. Der Rest der Verunglückten landet nach Unfällen im Bad oder am Spielplatz im Spital.

Sendungshinweis: „Guten Morgen Österreich“, 3.10.2017, 6.30 - 9.30 Uhr, ORF 2

Selbstüberschätzung als Unfallursache

Viele Menschen schätzen sich selbst als mutitaskingfähig ein. In Wirklichkeit ist die Funktion des menschlichen Gehirns jedoch beschränkt. Wenn von verschiedenen Sinnesorganen gleichzeitig Informationen einströmen, führt das rasch zur Überforderung. Mögliche Folgen sind Stürzen und stolpern. Die meisten Unfälle passieren im Osten Österreichs, am „geschicktesten“ sind die Burgenländer und die Vorarlberger. Aber Unachtsamkeit ist immer Unfallursache Nummer eins. Wieso es in den eigenen vier Wänden so gefährlich ist, wie es zu den meisten Unfällen kommt und ob es eine Altersgruppe gibt, die besonders gefährdet ist, erklärt der Experte Martin Pfanner im mobilen Studio.

Zu Hause rechne man weniger mit Gefahren und sei so nicht so aufmerksam wie zum Beispiel im Straßenverkehr, so Martin Pfanner im Gespräch mit Lukas Schweighofer. Der klassische Unfall im Schlafzimmer passiere in der Nacht, wenn man aufwache und beim Aufstehen ein Schwindelgefühl bekomme und das Gleichgewicht verliere. Im Dunklen stolpere man schnell über die eigenen Hausschuhe vor dem Bett oder vielleicht sogar über ein Haustier, was zu einem Sturz führe. Wichtig sei im Schlafzimmer also das Licht anzuschalten, sich zuerst aufzusetzen, um den Kreislauf in Schwung zu bringen und dann erst aufzustehen. Auch das An- und Ausziehen führe im Schlafzimmer oft zu Unfällen, daher empfahl Martin Pfanner auch hier, Socken eher im Sitzen anzuziehen. Besonders gefährdet sei die Altersgruppe ab 65 Jahren und die 0-5Jährigen. Treppengitter, Kantenschutz, Herdschutzgitter und Fenstersperrungen können die Gefahr für Kinder im Haushalt minimieren.

Der „Guten Morgen Österreich“ Experte

Martin Pfanner, Kuratorium für Verkehrssicherheit