Mann hält sich den Brustkorb

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Herzinfarkt - eine Männerkrankheit?

Am heutigen „Weltherztag“ will die World Heart Federation, die weltweite Dachorganisation aller kardiologischen Gesellschaften, darauf hinweisen, dass jährlich 17 Millionen Menschen an Herzinfarkt und Schlaganfall sterben. Auffällig ist dabei, dass in Österreich vor allem die Männer Herzinfarktgefährdet sind.

Ein Herzinfarkt ist auf den ersten Blick eine typische Männerkrankheit. Laut einer aktuellen Studie aus Deutschland erleiden doppelt so viele Männer, wie Frauen einen Herzinfarkt. Die Gründe sind vielfältig: Stress in der Arbeit, ein ungesunder Lebensstil, aber auch die Tatsache, dass Männer seltener regelmäßig zu medizinischen Untersuchungen gehen.

Herzinfarkt oftmals Ursache von Todesfällen in Österreich

Insgesamt sterben pro Jahr 32.000 Menschen in Österreich an Herz-Kreislauferkrankungen, das sind 48 Prozent aller Todesfälle. Ein Viertel aller Infarkte bleibt zunächst unbemerkt, vor allem Frauen verwechseln einen leichten Herzinfarkt zum Beispiel mit Bauchbeschwerden. Die Sterberate aufgrund eines Herzinfarktes ist bei Männern jedenfalls doppelt so hoch, wie bei Frauen. Ebenfalls Faktum: 80 Prozent der Herzinfarkte könnten durch eine gesunde Lebensweise vermieden werden könnten. Was sind die ersten Anzeichen eines Infarktes? Wie sieht so die gesunde Lebensweise aus? Und wie können und sollen Männer, wie auch Frauen, das Herzinfarktrisiko generell mindern? Darüber sprechen Jutta Mocuba und Lukas Schweighofer am Weltherztag mit Oberarzt Dr.Martin Rammer von der Abteilung für Innere Medizin II, Kardiologie und Intensivmedizin im Klinikum Wels-Grieskirchen.

Vorzeichen des Herzinfarktes seien Verkalkung und stärkere Belastung oder Anstrengungen. Das Gefäß wachse damit langsam zu was zu einem Durchblutungsmangel des Herzens führe. Auslöser können psychische Belastungen oder auch üppige Mahlzeiten sein.
Bei Beschwerden sei der Hausarzt Ansprechpartner, wenn sich Schmerzen verschlimmern oder länger andauern solle man die Rettung rufen. Männer seien mehr gefährdet als Frauen, besonders bei unter 50Jährigen seien 3-4 mal mehr Männer von Herzinfarkten betroffen. Bei über 60Jährigen seien die Frauen in Sachen Herzinfarkt stärker betroffen. Größte Risikofaktoren seien typische Wohlstandserkrankung, wovon über 80 Prozent verhindert werden könnten. Dazu gehöre das Rauchen, Übergewicht, zu viel oder falsche Ernährung, kaum Bewegung. So könne man zum Beispiel Fette wie in Wurst oder Milch durch pflanzliche Fette wie in Fisch, Leinsamen, Gemüse und Vollkorn ersetzen. Bei der Bewegung solle man 2,5 Stunden pro Woche für einen Ausgleich sorgen. Eine halbe Stunde pro Tag mit schnellem Gehen oder Gartenarbeit zu verbringen würde somit bereits genügen. Wer einmal einen Herzinfarkt erlitten habe, sei auch gefährdet diesen wieder zu erleiden. Daher solle man danach ungesunde Lebensgewohnheiten aufgeben, regelmäßige ärztliche Untersuchungen einhalten und die verschriebenen Medikamente einnehmen.

Der „Guten Morgen Österreich“-Experte

  • Martin Rammer, Internist Klinikum Wels-Grieskirchen