Glühbirnen

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Das Comeback der Glühbirne

Das EU-weite Glühbirnen-Verbot gilt bereits seit acht Jahren und soll den Energieverbrauch eindämmen. Seit 2009 dürfen sie nicht mehr erzeugt oder importiert werden. Das Verbot hat damals viele verärgert, mittlerweile kaufen die meisten Österreicher zwar moderne LED-Lampen, doch die alten Glühbirnen sind nach wie vor beliebt und auch erhältlich: Entweder aus Altbeständen oder weil sie als Speziallampen verkauft werden.

In Lampenfachgeschäften spürt man die weiterhin bestehende Nachfrage nach Glühbirnen wohl am direktesten. Seit mehr als vierzig Jahren leitet Frau Oswald ein winzige Elektro-Geschäft am Viktor Adler Markt in Wien. Insgesamt 700 verschiedene Lampen finden Kunden auf kaum vierzig Quadratmetern. Mittlerweile verkauft die Chefin mehr LED-Lampen als Glühbirnen, beliebt sind sie aber nach wie vor. Einen Grund dafür sieht Frau Oswald in dem heimeligen Licht, das der Glühfaden einer Glühbirne im Vergleich zu einer LED-Lampe erzeugt. Glühbirnen dürfen zwar weder in der EU erzeugt noch importiert werden - allerdings haben viele Händler noch Altbestände. Außerdem ist es möglich sie in Form einer Speziallampe zu erwerben, die nicht gegen das EU-Recht verstößt. Tatsächlich sind nicht alle vom Glühbirnen-Verbot überzeugt.

Sendungshinweis

„Guten Morgen Österreich“, 29.08.2017,
06.30 - 09.30 Uhr, ORF 2

Der US-amerikanische Unternehmer Thomas Edison gilt als Erfinder der Glühbirne. Im späten 19. Jahrhundert tritt sie ihren Siegeszug an. 2009 setzt die EU ihrem Erfolg ein jähes Ende um Energie zu sparen. Die Österreichische Energieagentur unterstreicht dieses Argument mit Fakten. Bei Tests, wo Experten die Lichtqualität und Effizienz verschiedener Lampen testeten, zeigten sich auf lange Sicht moderne Lampen als günstigere Variante. Thomas Bogner von der Österreichischen Energieagentur schätzt jedoch das Preisargument als Barriere vor dem Griff zur Energiesparlampe als ausschlaggebend, da die Anschaffung vorerst teurer ist als die einer Glühbirne. Eva Oswald versucht ihre Kunden mit dem Vergleich des Stromverbrauchen zwischen Glühbirne und Energiesparlampe zu überzeugen. Manche ihrer Kunden kann Frau Oswald von den neuen Lampen überzeugen, alle anderen versorgt sie weiterhin mit einer der fast 3.000 Glühbirnen, die sie derzeit gelagert hat. Über die Kritik an Energiesparlampen und die Vorteile ihrer Verwendung sprachen Nadja Mader und Lukas Schweighofer mit dem Glühbirnen-Experten Peter Stenzel. Beim Gespräch mit dem Experten wurde zwischen drei Typen unterschieden: die herkömmliche Glühbirne, die LED-Lampe, wo die blaue Leuchtiode das Licht mache und die Halogen-Glühbirne, die noch bis 2018 zugelassen ist. Von der vierten Variante, der Energiesparlampe, die Quecksilber enthält, riet der Experte ab. Denn beim Zerbrechen dieser Lampe könne das Quecksilber austreten, dabei habe es bereits Vergiftungen gegeben. Laut Experte mache die Glühbirne das beste Licht, natürlich könne man mit neuen Lampen Strom sparen, das sei jedoch der einzige Vorteil. Das Licht von LED-Lampen sei durch die blauen Leuchtioden kühler, als neue Variante gibt es jedoch die LED-Fadenlampe, die das warme Licht der Glühbirne imitiere. Doch bei dieser Variante könne es passieren, dass die Lampe flimmert.

Der „Guten Morgen Österreich“-Experte

  • Peter Stenzel, Glühbirnen-Experte