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VPS 5:50

 2018

Länge: 45min

Wiederholung vom
28.03.2018, 20:15

Heimat Österreich

Ostern in und um Stübing

In Stübing in der Steiermark befindet sich eines der größten Freilichtmuseen Europas. Als größtes und einziges Freilichtmuseum zeigt es charakteristische historische Hauslandschaften der verschiedenen Bundesländer. Die 97 historischen Gebäude locken jedes Jahr Tausende Besucher an. Stübing ist aber nicht nur Museum. Hier wird auch Brauchtum gelebt. Am schmerzhaften Freitag, dem Freitag vor dem Palmsonntag, treffen sich hier jedes Jahr um fünf Uhr in der Früh Menschen, um gemeinsam Palmbuschen zu binden. Der Volksmund spricht den Palmbuschen, die noch vor Sonnenaufgang gebunden werden, besondere Kraft zu.

Der Heimatdichter Peter Rinner aus Gratkorn weiß einige Bräuche mit viel Ironie zu erzählen. Als Kind konnte er sich schwer vorstellen, dass die Glocken am Gründonnerstag nach Rom fliegen würden. Sie seien doch viel zu schwer - und außerdem: Was hätten sie dort verloren? Würden sie dort gestimmt? Oder geputzt? In Semriach, der Gemeinde, aus der er stammt, hat er nie gesehen, dass die Glocken gereinigt worden wären.

Der Film beschreibt vieles, was hier und in vielen Teilen der Steiermark einmal üblich war. Manches ist noch erhalten, vieles vergessen, wie etwa das Grünausgehen oder das Antlassrennen. Anderes hat sich verändert. Betrachtete man früher Osterfeuer als eine günstige Gelegenheit, Müll loszuwerden, ist es heute anders. Peter Rinner kann sich erinnern, dass man im Osterfeuer Autoreifen und Altöl entsorgt hat. Einmal wurde sogar versucht, im Osterfeuer eine kaputte Waschmaschine zu entsorgen.

Osterfleisch, Weihfeuer und Fleischweihe, Palmkätzchen und Ostereier sind heute den meisten ein Begriff, die Geheimnisse, die sie umgeben, sind aber vielerorts vergessen. Dieser Film berichtet von ihnen und zeigt die Bedeutung dieser Bräuche: die Gemeinschaft und den Zusammenhalt der Menschen zu stärken.

Dokumentation, 2018

Regie

Wolfgang Niedermair