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VPS 16:30

Länge: 45min

Wiederholung vom
12.02.2018, 18:30

Expeditionen

Fisser Blochziehen - Ein Fasnachtspiel im Oberinntal

Nur alle vier Jahre findet der ungewöhnliche Fasnachtsbrauch des "Blochenziehens" in Fiss im
Tiroler Oberinntal statt. Dabei wird eine fast 30 Meter lange geschmückte Zirbe samt Ästen
und Krone von Fasnachtsgestalten durch die engen Gassen des kleinen Dorfes gezogen.
Das "Blochenziehen", der Zug des Baumes durch das Dorf, symbolisiert die Frühjahrsarbeit
mit dem Pflug, bei der die Erde aufgebrochen wird, um den Samen aufzunehmen. Bis weit in
"heidnische Zeiten" soll dieser Brauch zurückgehen. Die bekanntesten Figuren bei diesem
Fasnachtsbrauch sind der "Bajazzl", der Spaßmacher, und die Scheller, die mit schweren
Glocken durch die Gassen springen, um die Wintergeister zu vertreiben. Zu denen zählen
auch Hexen und der Teufel. Gezogen wird der schwere Baum von Figuren aus dem Alltag von
Fiss, von Jägern, Bauern, Wirtsleuten, Schustern und Kraxenträgern, Sennern und Sennerin-
nen, Vogelhändlern, Wahrsagern, auch Bettlern. Hilfe erhalten sie bei ihrer schweren Arbeit
von zwei seltsamen Figuren, einem Bär und einem Waldmenschen.
Das Dorf Fiss liegt auf einer Hochebene oberhalb des Inns am Eingang zum Engadin. (Doku 2007)