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Länge: 45min

Wiederholung vom
17.03.2017, 19:00

Reisen & Speisen

Das bayrische Jahrtausend: 20. Jahrhundert: München

München, 1914: Erster Weltkrieg. Die Münchner sind erfüllt von patriotischem Hochgefühl. Begeistert rechnen sie mit einem schnellen Sieg. Kameras halten die Truppen fest. Das Medienzeitalter hat begonnen – mit bereits inszenierten Bildern: Ludwig III. verabschiedet sein Leibregiment an der Residenz, stellvertretend für das bayerische Heer. Mit Kriegsbeginn ist, gemäß der Reichsverfassung, nämlich nicht mehr er dessen Oberbefehlshaber, sondern der Deutsche Kaiser Wilhelm II. Doch die Aufnahmen haben die erhoffte Wirkung, ihrer Symbolkraft kann sich niemand entziehen. München wird im 20. Jahrhundert zum Schauplatz bayerischer Geschichte: Hier, im Dreieck zwischen der Bavaria an der Theresienwiese, dem Friedensengel und dem Olympiaturm, spielt sich alles ab: Revolution, Räterepublik, Hitlerputsch, Machtergreifung, Massenaufmärsche der Nationalsozialisten, Bombenkrieg. Kaum vier Wochen nach Kriegsende 1945 zieht eine Fronleichnamsprozession durch die Ludwigstraße – mit Symbolcharakter. Die NS-Zeit ist vorbei, Recht und Sitte sollen zurückkehren: ein Neuanfang mit der Kraft der Kirche und des Glaubens. München arbeitet vor allem am Aufbau zur Tourismusstadt und erlebt durch die Olympiade 1972 einen gewaltigen Investitionsschub. Die neuen Spielstätten entstehen auf dem Oberwiesenfeld, wohin nach dem Zweiten Weltkrieg der Schutt der zerbombten Stadt gebracht wurde. (2012)