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 „Der wahre Grund für den momentanen Gold-Boom ist, dass die Menschen das Vertrauen in das bestehende Finanz- und Geldsystem verloren haben“ - sagt Simone Wapler, Chefredakteurin von „Money Week“. Jeden Tag werden an der Londoner Börse zirka 485 Tonnen Gold gehandelt. Der Preis einer Unze – das sind 31,10 Gramm – ist im vergangenen Jahr in nur kurzer Zeit in schwindelerregende Höhen gestiegen. Derzeit kostet eine Unze knapp 1.700 Dollar, doch laut Experten ist ein Anstieg auf 6.000 Dollar und mehr durchaus vorstellbar. Denn Gold als Geldanlage wird immer beliebter und macht bereits ein Drittel des gesamten Verbrauchs aus.
Die Nachfrage ist groß – die asiatischen Märkte haben einen kaum zu stillenden Hunger nach dem Edelmetall. Doch die neu entbrannte Goldgier hat viele Schattenseiten. Gold wird fast weltweit unter Verwendung von hoch giftigem Zyanid abgebaut – mangels Umweltauflagen werden ganze Landstriche verpestet. In Indonesien kämpfen wütende Bürger gegen internationale Bergbaukonzerne, die aus skrupelloser Profitgier auch vor dem Tod von Menschen nicht zurückschrecken. Eine WELTJOURNAL-Reportage beleuchtet die Hintergründe des Goldrausches – von der Londoner Börse, über „Recycled-Gold“ aus Antwerpen bis zum peruanischen Modell des „Fairtrade-Goldes“. |